Frankreich, Oesterreich »nd der Krieg i» Italien. (1859.)
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in Frankreich einzudringen, den Napoleoniden zu Boden zuwerfen und zu vertreiben, Heinrich V. und seine befreundeteklericale Umgebung auf den Thron seiner Vater zurückzu-führen. Ein inniges Bünöniß der beiden katholischen Großmächtemußte sich dann wie von selbst ergeben, und die Rückwirkung ausDeutschland konnte nicht ausbleiben. Auch hier mußte dann den„legitimen Interessen" ihr volles Recht, Oesterreichs Gebot unbedingtmaaßgebend und sein System durchaus das herrschende werden.
Heinrich V., an den, wie wir früher gesehen haben, selbst dieLegitimisten nicht mehr im Ernst denken, wollte man wieder zumallerchristlichften König von Frankreich machen; in die Hände derGeistlichkeit wollte man die eigentlich maaßgebende und bestimmendeGewalt legen, zu einer Zeit, wo die Begünstigung der Kirche durchNapoleon III. sehr sichtbar böses Blut in Frankreich machte! —Das Alles in dem Wahn, daß diese Restauration nicht der Aus-gangspunkt neuer ganz unberechenbarer und gewaltiger Revolutionensein werde, daß vielmehr von ihr dauernde, zuverlässig friedliche Zu-stände zu erwarten seien! Ein seltsamer Wahn, der sich gewiß nurdurch die Verblendung der Leidenschaft erklären läßt! — ein Wahn,doppelt thöricht, weil er mit der Znmnthnng verbunden war, daßdas gesammte Deutschland für ihn Gut und Blut opfernsolle!
In allen Erlassen, Schriften und Zeitungsartikeln, die für dasgroße Pnblicum bestimmt waren, durfte vor der Hand natürlich nurvon „Vertheidigung unseres guten Rechts," „gewissenhafter Beob-; achtung der Verträge" u. dergl. die Rede sein: in den diplomatischenKreisen jedoch waren die eigentlichen Pläne Oesterreichs schon un-, mittelbar vor dem Ausbruch des Kriegs ziemlich durchsichtig geworden.Die Schritte, welche die österreichische Regierung am deutschen Bundes-tag that, boten mehr als Eine Gelegenheit, sie ziemlich zu durch-schauen, und als Graf Nechberg Ministerpräsident geworden war(im Mai), sprach er es zu Wien amtlich ganz nnverholenaus, daß der Sturz Napoleon's III. und die RestaurationHeinrich's V. der eigentliche Zweck des Krieges sei. Daeiner der hochgestellten Staatsmänner, denen Gras Rechberg diesegewichtige Eröffnung machte, dabei vielleicht so aussah, als ob erseinen Sinnen nicht recht traute, fügte der Minister Oesterreichs mit