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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

ein großer Theil des reichen mailänder Adels hat, wie sich darauserklärt, bis aus den heutigen Tag dort einen großen Theil seinerBesitzungen. Mehrere einflußreiche mailänder Familien haben sogargeradezu den Hauptthcil ihrer Güter in der Lomelina; in diesem Fallist namentlich die Familie Boromeo, deren Name in der Lombardeiin hoher Achtung steht, wozu die zahlreichen und großartigen Stif-tungen und Wohlthätigkeitsanstalten, die von ihr unterhalten werden,und selbst religiöse Zdeenverbindungen, Erinnerungen an den HeiligenKarl Boromeo und den fast heilig geachteten, edlen und menschen-freundlichen Cardinal Federigo Boromeo nicht wenig beitragen.Dasselbe gilt von den Familien Litta, Anone, Arese, Trivulzio(Fürstin Belgioioso) und anderen Trägern berühmter Namen. Solange die Lomelina sardinisches Land blieb, so lange die schwarz-gelben Grenzpsähle nicht bis an die Sesia vorgerückt waren, durfteOesterreich nicht hoffen, des mailänder Adels und seines Einflussesvollständig Herr zu werden. Die Regierung hatte nicht eine unbe-dingt zwingende Gewalt über ihn. Selbst eine Confiscation ihrerGüter, soweit sie im österreichischen Gebiet liegen, zwang, wie dieErfahrung gelehrt hatte, die Herren nicht unbedingt, sich der öster-reichischen Herrschaft zu fügen; sie waren selbst dadurch nicht zuGrunde gerichtet; nicht einmal der Mittel beraubt, ein standes-mäßiges Leben fortzuführen.

Aushebung der parlamentarischen Verfassung in den sardinischenStaaten; Auflösung des piemontesischen Heeres, das nur in sehr ver-kleinerter Gestalt fortbestehen durfte; österreichisches Besatzungsrechtin Alessandria; das Recht, zu interveniren, wenn es wieder unruhigwürde in Piemont, und die „legitime Ordnung" wieder herzustellen:das Alles verstand sich von selbst. Ließ sich Victor Emanueldahin drängen, gleich seinem Vater die Krone niederzulegen, so wardas um so besser; dem sehr jungen, unmündigen Fürsten, der ihmauf dem Thron folgen mußte, konnten dann gar wohl ein einheimischer,ultramontan gesinnter Kirchenfürst und ein österreichischer General alspermanente Rathgeber zur Seite stehen.

Doch das Alles waren Nebensachen, untergeordnete Theile desPlans. Warum es sich eigentlich handelte, das war: Deutschlandund zumal Preußen in den Krieg zu verwickeln, den Kriegan den Rhein zu verlegen, mit gewaltiger, überlegener Heercsmacht