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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg i» Italien. (1859.)

Eine Erhöhung der Steuern sollte weiter helfen; auf eine Zwangs- Hanleihe in den italienischen Provinzen, die Silbermünze eingebracht Ihätte, besann man sich zu spät, und die Regierung wußte die Aus- ^führung nicht einmal im Venetianischeu zu erzwingen. -

Gewiß war es kühn, beschränkt aus solche Hülfsmittel, nicht nur >

jede vermittelnde Ausgleichung von der Hand zu weisen und sich *

herausfordernd in einen Angriffskrieg zu stürzen, sondern sich dabei !

auch noch aus freier Wahl eine Aufgabe zu stellen, wie sie nichtgrößer gedacht werden kann; keine geringere als die, die politische s

Lage unseres ganzen Welttheils umzugestalten, und dem Gang der :

Weltgeschichte eine veränderte Richtung zu geben!

Die etwas überschwängliche Stimmung äußerte sich hin undwieder in geradezu desperater Weise. Nicht ohne Verwunderungsahen wir damals in einer halbamtlichen, österreichischen Zeitung !einen Artikel, in welchem „der Finanzjammer in Frankreich"höhnend besprochen wurde. Jenes leidenschaftliche Verlangen aber,sich fremde Kräfte dienstbar zu machen, das neben jedersonstigen Ueberschwänglichkeit, auf das Engste mit ihr verbundenauftrat, war durch jeden tieferen Blick in das eigentliche Wesen derösterreichischen Zustände allerdings auf das Vollständigste erklärt.

Was die Armee betrifft, die Oesterreich für seine weitgreifen- l

den Pläne in das Feld führen konnte, so ist Alles, was sich auf »

Zahl, Formation und taktische Gliederung derselben bezieht, in neuester Z

Zeit so vielfach zur Sprache gekommen, daß wir wohl manches Ein- s

zelne als bekannt voraussetzen und daher mit Stillschweigen übergehen »

dürfen.

Schon auf den ersten Blick wird gewiß ein Jeder geneigt sein,dieser Armee eine große Tüchtigkeit zuzutrauen; die Völkerschaften,aus denen sie hervorgeht, stehen durchaus, nur etwa die der latei-nischen Zunge ungehörigen ausgenommen, in dem wohlverdientenRuf, an Tapferkeit und Kriegerwerth keinen anderen nachzustehen.

Auch die Lombarden hatte - wenigstens Napoleon I. zu sehr brauch-baren Soldaten zu machen gewußt, und selbst in der österreichischenArmee galt das italienische Chevauxlegers-Regiment Kreß, von tüch-tigen Officieren geschult, für eines der besten der gesummten Reiterei.

Nur die Rumänen, wie sie jetzt genannt werden, die Wallachen, wie ?sie ehemals hießen, haben nie für sehr gute Soldaten gegolten. Es !