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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.) Z09

sind ihrer aber nur so wenige im österreichischen Heer, daß dieserUmstand keinerlei Bedeutung hat.

Seit den Feldzügen 1848 und 1849, an denen wohl so ziemlichdie ganze österreichische Armee, aus dem einen oder dem anderenKriegsschauplatz Theil genommen hat, waren erst zehn Jahre ver-flossen, und man durfte daher annehmen, daß alle höheren Officierebis zu den Hauptlenten herab, und diese mitgerechnet, den Krieg auswirklicher Erfahrung kannten; ein großer, ja der größte Theil derUnterofficiere war ohne Zweifel in demselben Fall; es konnte sogarnicht ganz an alten, kriegserfahrenen Soldaten fehlen. Das warengewiß sehr wünschenswerthe Verhältnisse. Der Geist, der in derArmee herrschte, wird uns als der allerbeste, ja als ein wahrhaftenthusiastischer geschildert, und es steht fest, daß namentlich dasOfsiciercorps in sehr gehobener Stimmung in das Feld zog. Manberief sich auf die gemachten Erfahrungen, auf die vor zehn Jahrenerfochtenen Siege, und der Stolz auf die damals gewonnenen Lor-beern wurde namentlich auch dadurch gesteigert, daß man die in Un-garn erlittenen Niederlagen zu vergessen und selbst geradezu wegzu-längnen suchte, die in Italien und unter Haynan an der Donauund Theiß erfochtenen Vortheile aber, was ihren kriegerischen Werthanbetrifft, offenbar um etwas überschätzte.

So schien sich denn Alles sehr hoffnungsvoll anzukündigen, be-sonders für Jemanden, der sich von der Begeisterung der Augs-burger Allgemeinen Zeitung mit fortreißen ließ. Wer dagegen, wieder Verfasser dieser Blätter, beide Armeen kannte, der mußte ur-theilen, daß die französische die größere Wahrscheinlichkeitdes Sieges für sich habe, und zwar nicht am Wenigsten wegender größeren militärischen Intelligenz ihres Ofsiciercorps, — wiedies schon in einem früheren Abschnitt von uns angedeutet wordenist. Daß die österreichische Armee in dieser Beziehung zurücksteht,hängt aus das Innigste mit den gesellschaftlichen Zuständen des Kaiser-staats überhaupt zusammen, mit dem verkümmerten Zustand des Unter-richtswesens im Allgemeinen, mit der Art wohlüberwachter Bildung,die dort herrscht, mit der gesellschaftlichen Stellung jener meist denmittleren Ständen ungehörigen, nicht sehr wohlhabenden Klassen, ausdenen die große Masse der Officiere hervorgeht. Weiter aber bedurftees keines großen Scharfsinns, um gewahr zu werden, oder vielmehr