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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859)

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links nach rechts, so daß die beiden vierten Züge in der Mitte derDivision zusammenstoßen, die beiden ersten aber die Enden beiderFlügel bilden. Besonders ein neu gebildetes Bataillon, aus un-erfahrenen in Eile eingeübten Soldaten zusammengesetzt, ist ohneZweifel in dieser Formation sehr schwer zu handhaben, und um soschwerer, da die Zahl der Officiere vorschriftsmäßig sehr gering ist.Napoleon wollte bekanntlich die Bataillone nicht stärker als 800 Mannhaben, und schwächer sogar, wenn sie aus Neulingen bestanden. Mitden Evolutionen der österreichischen Infanterie geht es etwas langsam,was theils eben in dieser übermäßigen Stärke seinen Grund hat,theils in der Art und Weise, wie der einzelne Mann ausgebildetwird — Einzelnheiten, aus die wir hier natürlich nicht eingehenkönnen. Bei den Feldmanövern schien eine gewisse Neigung vorherr-schend, die Leute so viel als möglich in Bataillons- oder in den, eineZeit lang sehr beliebten Divisions-Kolonnen von je 2 Compagnienzusammenzuhalten, und einen nur etwas spärlich zugemessenen Theilder Mannschaft als Schützen zu verwenden. Man mußte glauben,daß die größeren Bataillons-Colonnen der Oesterreicher ihnen keinewesentlichen Bortheile gewähren, ihre dünnen Schützenlinien aberMühe haben würden, sich gegen die zahlreichen Tiralleur-Schwärmeder Franzosen zu behaupten.

Um die Grenz-Regimenter, die in den Kriegen mit Friedrichdem Großen viel genannten Kroaten, wurde die österreichische Armeeehemals nicht wenig beneidet, und zwar vorzugsweise der „Treue"dieser Kroaten wegen. Diese Zuverlässigkeit mußte allerdings un-schätzbar scheinen zu einer Zeit, wo die leichte Infanterie der anderenArmeen erst während des Kriegs errichtet wurde, und, wie Behren-horst sarkastisch vermuthete, ihren Namen hauptsächlich darum führte,weil das lockere Gesinde!, aus dem sie bestand, sehr „leicht", ja leicht-sinnig zusammengeworben wurde, unter einem Officiereorps, das auchgroßenteils aus Abenteurern bestand. Das allgemeine Uebel, andem alle Armeen jener Zeit mehr oder weniger krankten, die Desertion,erreichte natürlich in diesen „Freicorps" seinen Höhepunkt. DieKroaten, die daheim Haus und Hof hatten, liefen nicht vom Vor-posten znm Feinde über: darin lag ihr eigentlicher Werth. Heut zuTage ist das kein Vorzug mehr. Gewährt ihnen auch jetzt noch derauch im Frieden übliche und nothwendige Wachtdienst längs der