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Zweiter Band.
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Z12 Frankreich, Oesterreich »nd der Krieg in Italien. (1859.)

türkischen Grenze eine gewisse Uebung im Vorpostendienst, so reichtdieselbe doch unter den heutigen Verhältnissen nicht mehr so weitals ehemals. So nehmen denn diese Grenz - Regimenter nicht mehrdie alte Stelle in der österreichischen Armee ein. Sie werden zwarnoch immer, herkömmlicher Weise, bei dem Vortrab des Heers oderder einzelnen Heertheile, bei den „leichten Divisionen" verwendet,aber sie stehen jetzt wohl an Brauchbarkeit sür diese Art von Dienstden Jäger-Bataillonen nicht mehr gleich.

Für diese Truppengattung, sür die Jäger, stellen mehrereProvinzen des Kaiserstaats, Tirol, Steiermark, Ober-Oesterreich, dasgebirgige und waldreiche Böhmen mit seinen vielen Jagdbeflisscnenund Wilddieben, ganz vorzügliche Rekruten, wie sie in den meistenanderen Ländern, namentlich in Rußland und Frankreich, gewiß nichtaufzntreiben sind. Auch hatte sich in diesen Schaaren ein eigenthüm-licher Geist entwickelt, und sie leisteten so gute Dienste, daß mansich fort und fort veranlaßt gesehen hat, sie zu vermehren; besondersim Jahr 1849, wo die Zahl derselben, außer dem tiroler Jäger-regiment von 7 Bataillonen, auf 25 einzelne Bataillone gebrachtwurde. Wie wir hören, ist sogar seit dem Frieden von Villasrancavon einer neuen Vermehrung die Rede. Dabei kann man sich wohlkaum schmeicheln, daß sie, als Speeialwaffe, als für einen besonderenZweig des Dienstes ausgebildete Truppe, ganz den Werth der früheren,ans^ sorgfältig gewählter Mannschaft gebildeten Bataillone habenwerden. Es geschieht wohl mehr des guten Geistes wegen, den manin den Jägerbataillonen bemerkt zu haben glaubt, die sich auch jetztwieder in Italien am besten geschlagen haben sollen, — so daß nunschon in dem hechtgrauen Rock und in der Benennung Jäger eineVeranlassung liegt, sich für eine erlesene Truppe zu halten und dieAnsprüche an sich selbst demgemäß zu steigern.

Die gut berittene österreichische Kavallerie wird gewiß, wasgutes Reiten, Ordnung des inneren Dienstes und sorgfältige Wartungder Pferde anbetrifft, von keiner anderen in Europa übertroffen.Wir müssen hinzufügen, daß wir dem ziemlich verbreiteten Vornrtheil,welches die ungarischen Regimenter, die Husaren, sür die weitausbesten der österreichischen Reiterei hält, nicht unbedingt beistimmenkönnen. Vielmehr schienen uns die Vorzüge der österreichischen Kaval-lerie gerade in manchem deutschen Regiment besonders hervorzutreten;