Band 
Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.) Z23

selber. Reisemärsche dagegen lassen sich dennoch auf den Heerstraßenausführen, wenn es noth thut, und kann auch der Uebergang überdie Ströme schwierig, die Verbindung vermittelst der Brücken anmanchen Orten für Augenblicke gefährdet sein, so verlausen doch,bei dem starken Gesäll, das alle Flüsse haben, die Hochwasser auchwieder sehr schnell. Jedenfalls können die Stockungen in den Opera-tionen, welche das böse Wetter herbeiführte, nur zwei Tage gewährthaben, denn vom 7. Mai an sehen wir das österreichische Heer wiederin Bewegung: nur ohne recht klar gedachten Zweck und ohne festentschiedenen Willen. Das war das eigentliche Unglück, nicht dasnasse Wetter.

Noch war es auch am 7. Mai nicht zu spät zu einem kräftigenAngriff auf Novi und Serravalle, der sich aus Pavia und Piacenzastützte. Allerdings war zu der Zeit schon Canrobert's Heertheilvon Turin her vermöge der Eisenbahn in die Gegend von Aleffandriaund Casale gelangt, und General Niel sollte ihm aus dem Fußefolgen. Auf der anderen Seite war Baraguay d'Hilliers' Heer-theil den 26. und 29. April in Genua angelangt, die Spitze desselbenhatte im Vorrücken am 6. Gavi erreicht. Auch Mac-Mahon'sTruppen waren bereits in Genua ausgeschifft und die französischenGarden trafen seit dem 5. dort ein. Was aber wirklich zur Zeitschon in der entscheidenden Gegend auf Einem Schlachtfelds vereinigtwerden konnte, war doch, in Verbindung mit den Sardiniern, derösterreichischen Heeresmacht an Zahl bei Weitem nicht gewachsen?")

Aber Gyulai dachte nicht an einen solchen Angriff. Nach einigenschwerlich sehr ernsthaft gemeinten Demonstrationen, als ob er überden Po gehen wollte, ließ er nur die Heertheile unter Schwarzen-berg und Benedeck an diesem Strom stehen (rechts und links desTicino), um sich (7. Mai) mit den drei anderen, unter Zobel,Ed. Liechtenstein und Stadion, zur Abwechslung wieder einmalnordwärts, auf die Straße von Novara nach Turin zu begeben. Darückte er (am 8.) über Vercelli hinaus nach St. Germano vor. Wirwissen uns diese gar seltsame Operation nur auf Eine Weise zu er-klären. Sie war wohl eben auch nur eine Demonstration; ein Ver-such, ob sich die feindliche Armee nicht durch eine Scheinbedrohungder Hauptstadt Turin vielleicht aus ihrer Flankenstellung bei Alessan-dria heraus manövriren lasse; ob sie nicht dadurch bewogen werden

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