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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg i» Italien. (1859.)

heranrücken zn lassen, die Citadelle von Ferrara zu nehmen odereinzuschließen, dort oder sonst an passender Stelle Brücken über denStrom zu schlagen, und so eine Verbindung aus dieser Region überLivorno mit Frankreich einzurichten. Dann war die Möglichkeitgegeben, aus diese Verbindungen gestützt, den linken Flügel des andie Etsch nach Verona zurückgeworfenen österreichischen Heeres znumgehen und ihm die Wege durch das Venetianische nach Jstrienzu sperren. Höchst wahrscheinlich sah' die österreichische Armee sichdadurch gezwungen, dem Schutz zu entsagen, den ihr Verona ge-währte und sich zu neuem Angriff, zu neuen Kämpfen in das freieFeld herauszuwagen. Aber auch wenn sie noch zögerte, so zwangeine Entsendung durch die Val Sugana auf Trient, die ihre letzteVerbindung mit dem Innern des Kaiserstaats bedrohte, sie gewißdazu.

Blieb man in diesen neuen Kämpfen siegreich, gelang es,Oesterreichs Heer zum Rückzug über Trient und durch das Pnster-thal zu zwingen, hatte man so ein genügendes physisches und mora-lisches Uebergewicht gewonnen, dann war es nicht mehr unmöglich,den Krieg, wie einst Napoleon I. gethan hatte, in das Herz derösterreichischen Monarchie zu tragen. Denn mit Hülfe ihrer mächti-gen Flotte konnten die Verbündeten sich leicht zu Herren von Trieftmachen. Sie konnten sich unter solchen Bedingungen dorthin wagen,ohne ihre Verbindungen mit dem unteren Po bedenklicher Gefahrauszusetzen; nachrückende Truppen, Italiener, konnten Verona ein-schließen und so bald als möglich belagern; der Besatzung vonVenedig ist der Weg zu jeder offensiven Unternehmung leicht zusperren, und Legnago ist an sich unbedeutend. Bei Trieft, woFrankreichs Heere in seiner Flotte eine neue Stütze fanden, öffnetesich dann ein neues! Feld für weitere Combinationen; selbst Wienwar bedroht, und leicht war es, von Jstrien aus den zündendenFunken in das nahe Ungarn zu werfen. Traten dann auch neueMächte in den Kamps ein, so wurde auch durch sie der Kampf nichtnothwendiger Weise unmittelbar an den Rhein und nach Frankreichverlegt; der Hülferuf Oesterreichs brachte die Verbündeten, die esfand, wohl zunächst an die Donau.

Es versteht sich, daß dem Heeressürsten der Franzosen — selbstvorausgesetzt, daß es ihm Ernst war um großartige Erfolge, daß er