Band 
Zweiter Band.
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Zgst Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

nur, um mit diesem General zu sprechen. Die Welt hat noch nichterfahren zu welchem Ende, oder ob Heß auch mit irgend einer ge-nügenden Autorität ausgestattet war; wie es scheint, ging weder seinAuftrag noch seine Vollmacht weit genug. In der Erwartung aber,daß aus diesem Zwiegespräch irgend ein veränderter Entschluß her-vorgehen könnte, erhielten die Truppen, die von verschiedenen Seitenherbeizogen, plötzlich den Befehl, anzuhalten und bis auf Weiteresstehen zu bleiben, wo sie eben wären. Das war und blieb jedochdas einzige Ergebniß der Feldherrn-Conferenz; es wurden keine ver-änderten Beschlüsse gefaßt; die Truppen erhielten den Befehl, dieunterbrochene Bewegung fortzusetzen: aber die verlorenen Stundenwaren nicht wieder einzubringen, und die Folge war, daß die Heer-theile, die von den entfernteren Punkten herangezogen wurden —Stadion von Fallavechia, Benedeck von Bereguardo, Schassgotschaus seinen Stellungen östlich von Pavia her, zusammen fast die Hälftedes Heeres bildend — nicht mehr rechtzeitig zur Schlacht eintreffenkonnten. ")

So brach der vierte Juni an, der Tag der Schlacht bei Ma-genta, an welchem Napoleon, wie aus seinen Anordnungen sehrbestimmt hervorgeht, eben gar nicht auf eine Schlacht rechnete, sondernnur aus ein Gefecht mit einem starken österreichischen Nachtrab beiMagenta, der auf der geraden Straße über die Brücke von Buffaloraangegriffen, durch Mac-Mahon von Turbigo her umgangen werdensollte. Von solchen Vorstellungen ausgehend, wollte der Heeresfürstder Franzosen nicht einmal sein ganzes Heer über den Ticino vor-rücken lassen; Niel und zwei sardinische Divisionen — also fünfDivisionen von den vierzehn, die überhaupt zur Verfügung standen,mehr als ein Drittheil der gesammten Macht — sollten vorläufigrückwärts bei Novara und Galliate stehen bleiben. Nur Mac-Mahon's Heertheil, eine Garde-Division und zwei Divisionen Sar-dinier gingen über Turbigo vor; eine Garde-Division und die drei,welche den Heertheil Canrobert's bildeten, über die Brücke von Bnffa-lora. Und selbst diese Abtheilungen zogen, wie zu einem Reisemarsch,mit großen Zwischenräumen daher, so daß sie nur sehr einzeln undnach und nach auf dem Schlachtfelde eintrafen. Diese Umstände sindes, welche die Aufgabe des Tages für die Franzosen schwierig ge-macht und den Kamps lange in der Schwebe erhalten haben, obgleich