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Zweiter Band.
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342 Frankreich, Oesterreich nnd der Krieg in Italien. (1859.)

den. Auch Piacenza wurde geräumt, mau sprengte die Festungs-werke, und gab dort Manches an Kriegsbedarf verloren, so, daß esschien, als habe man jede Hoffnung aufgegeben, bald wieder siegreichin diese Gegenden zurückzukehren.

Gyulai mußte den Oberbefehl niederlegen: das war in mehr als lEiner Beziehung eine unbedingte Nothwendigkeit geworden. Derritterliche junge Kaiser Franz Joseph trat selbst an die Spitze desHeeres, der F. Z. M. Heß stand ihm zur Seite. War nun damitdie eigentliche Leitung der Operationen wirklich in die Hand diesesLetzteren gelegt? Nichts weniger als das! Es stand vielmehr um dieEinheit des Oberbefehls schlimmer als je zuvor. Eine ganze Reiheanderer vertrauter Strategen, Rathgeber und Uamsurs behauptete sichneben ihm in der unmittelbaren Umgebung, im militärischen Cabinetdes Kaisers; keiner dieser Herren hatte ein bestimmtes Amt im Heere,keiner mithin eine bestimmte Verantwortlichkeit; aber jeder hatte ein ^Wort mitzureden. Es waren meist Leute, die sich zu ganz anderen IAnsichten bekannten als Heß, seine Gegner, zum Theil seine Feinde, ;wie ganz offenkundig war. Die endlose Disensfion in diesem fort- ,währenden, nie schweigenden Kriegsrath konnte gewiß den, der ein >selbständiges, durchgreifendes Urtheil nicht mitbrachte, nur mehr und fmehr verwirren, die Entscheidung stets unsicherer machen. Auf Klar- jheit des Wollens und folgerichtige Leitung des Heers in Einem be- 'stimmten Sinn, war unter diesen Bedingungen wohl nicht zu rechnen:und in der That sehen wir Anordnungen, die einander geradezu wider- .sprechen und eine die andere aufheben, rasch auseinander folgen.

Eine der zunächst getroffenen Maaßregeln scheint zu beweisen,daß man sich wohl sagte, wie entscheidend eine Umgehung der öfter- jreichischen Stellungen am Mincio und an der Etsch durch das Päpst-liche Gebiet werden könnte. Es wurden nämlich jetzt, so wie der Feindsich den Grenzen des Kirchenstaats näherte, alle österreichischen Besatzun-gen mit einiger Uebereilung aus den Marken und Legationen zurück-gezogen; und zwar nicht blos aus den seit 1849 besetzt gehaltenenOrten, wie Ancona und Bologna, sondern auch aus der kleinenFestung Comacchio nnd der Citadelle von Ferrara, wo Oesterreichkraft älterer Verträge ein Besatzungsrecht hatte. Diese unerwartetenAnordnungen konnten wohl kaum einen anderen Grund haben alsden, daß man durch die Abberufung der eigenen Truppen auch dem