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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,)

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Legion, und Frankreichs Flotte nahm die Insel Lnsin Piceolo, nahedeut ungarischen Littorale, in Besitz. Da wurde ganz Europa plötz-lich in eine fast beispiellose Verwunderung versetzt durch die Kunde,daß der Friede zu Villasranca geschlossen sei. Frankreich hatteihn angeboten, Oesterreich um den Preis der Lombardei erkauft.

Wer sollte nicht staunen, daß Oesterreich nach so vielen über-schwenglich großartigen und kühnen, ja unerhörten Redensartensich sobald überwunden bekannte und in den Willen des Gegnersfügte?!

Was Napoleon III. zum Frieden bestimmte, hat er selbstganz unverholen ausgesprochen; es waren Preußens drohendeRüstungen. Sie mußten bei ihm um so schwerer in's Gewichtfallen, da ihn seine Art der Kriegführung eben jetzt in Ober-Italienauf einen Punkt geführt hatte, von dem aus nur sehr mühselig vor-wärts zu kommen war, wenn er sich nicht entschloß, das päpstlicheGebiet zu betreten, um von dort aus den linken Flügel der öster-reichischen Stellungen zu umgehen. Aber wie ängstlich er daraufbedacht war, dies Gebiet zu meiden, zeigte er auch jetzt wieder, in-dem er den Heertheil des Prinzen Napoleon, der dienen konnte,eine solche Umgehung vorzubereiten, anstatt dessen auf Umwegen durchdas Modenesische, auf das rechte Ufer des Mineio an sich heranzog.Entscheidende Erfolge nach einem großartigen Maaßstabe hatte ersich also aus diesem Kriegsschauplatz selbst untersagt, und eben weiler den Krieg nicht an die österreichische Donau zu verlegen vermochte,mußte er erwarten, ihn durch Preußen über den Rhein in das Innerevon Frankreich getragen zu sehen. Ein rascher Friede war der besteAusweg; Napoleon III. bot ihn mit der einen Hand, während ermit der andern bedeutsam mahnend auf Ungarn wies, und selbstMittel noch zweideutigerer Art nicht verschmähte, um zu seinem Zielzu gelangen.

Aber was konnte Oesterreich bewegen, einen solchen Friedendurch das Opfer einer reichen und schönen Provinz zu erkaufen?Gerade in dem Augenblick, wo andere Mächte sich bereiteten, zuOesterreichs Gunsten in den Kampf einzutreten! In welcher selt-samen Weise der Vertreter Oesterreichs zu Villasranca sich durch an-geblich von den neutralen Mächten vorgeschlagene, noch ungünstigereFriedcnsbedingungen mystisiciren ließ, ist hinreichend bekannt, aber