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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

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siegreich herrschenden in ganz Europa machen sollte, im Gegentheilselbst daheim gefährdet wurde. Zunächst aber glaubte sich die Re-gierung auch dieser Unzufriedenheit gegenüber waffnen zu müssen,und verhängte in Prag den Belagerungszustand.

Der eigentliche Grund aber, durch den mau bestimmt wurdeFrieden zu schließen war, wie die österreichischen Regierungsblättermit einer bewundernswürdigen Naivetät eingestanden, gerade daßPreußen sich rüstete, gegen Frankreich in die Schranken zutreten. Nämlich nicht als blind gehorchender Vasall Oesterreichs,sondern in selbständiger Weise, zur Abwehr französischer Supre-matie, zur Wahrung aller wirklich deutschen Interessen. Das hatteman zu Wien nicht gewollt! Nicht Deutschlands Interessen galt eSzu vertheidigen, sondern Oesterreichs System! Noch dazu mußte,wenn Preußen jetzt in den Kampf eintrat, die Leitung der deutschenAngelegenheiten mit einer gewissen Nothwendigkeit in -die Händedieses Staats fallen, denn Oesterreich hatte sie theils durch seineNiederlagen verscherzt, theils dadurch, daß eS in die Unmöglichkeitversetzt war, ein irgend namhaftes und kriegstüchtiges Heer an denRhein zu senden.

Man schloß den Frieden, weil, nicht Deutschland, sondern„Oesterreichs Stellung in Deutschland" gefährdet war; diese war,wie Oesterreichs Organe naiv hinzufügten, „mehr werth als dieLombardei," — nämlich für Oesterreich in seinem besonderen In-teresse.

Weiter aber lag auch in den Friedensbedingungen, die Napo-leon III. bot, wenigstens Ein Element, das sehr lockend scheinenkonnte. Franz Joseph hatte geäußert, er wolle lieber eine Provinzaufgeben als die angefochtenen Verträge mit den italienischen Fürsten.Die Provinz forderte nun der Beherrscher Frankreichs allerdings;was aber Oesterreich in jenen Verträgen besaß, was dienen konntedas System des Wiener Cabinets in Italien aufrecht zu erhalten:das schien er in veränderter Form, sogar erweitert und verbessert zubieten. In dem verheißenen italienischen Bunde nämlich. Nacheinem solchen hatte der Fürst Metternich stets gestrebt, um sicherItaliens und seiner Geister Herr zu bleiben; von den Sonder-Ver-trägen mit Oesterreich hatte sich Sardinien stets unabhängig erhalten:in dem Bund schien das erwünschte Mittel geboten auch dieses