Band 
Zweiter Band.
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Kaum waren, nach dem erfolgreichen Feldzug von 1859, elf Jahre verflossen,da brach das napoleonische Kaiserreich zum dritten Mal zusammen. Es war au denKlippen gescheitert, die ein irgend aufmerksamer Beobachter schon im Jahr 1859 ge-wahren konnte. Weiblicher Einfluß hatte in der Zwischenzeit immer weiter geführt, aufder Bahn schlecht berechneter Begünstigung ultramontan-klerikaler Bestrebungen —und ein auswärtiger Krieg der unpopulär wurde, weil er unglücklich verlief, führtedann unmittelbar die Katastrophe herbei — nachdem die Armee zertrümmert war.Dieser letztere Unistand ist dabei gar sehr zu beachten. So lange nicht die Armeezertrümmert, oder — wie bei Metz — in ihrer Thätigkeit durchaus gelähmt war,konnte die Republik in Frankreich schwerlich in solcher Weise eingeführt werden wiegeschehen ist.

Napoleon III. hatte sich in seiner auswärtigen Politik — deren Pläne öfterals man glaube» sollte, in etwas phantastischer Weise in das Weite gingen —mehrfach verrechnet.

So zuerst in Beziehung auf die Expedition nach Mexiko, die bekanntlichdienen sollte die Ausführung sehr weit reichender aber etwas luftiger Pläne einzu-leiten. Ein französisches Protectorat sollte sich von Mexiko aus über alle Staatenromanischer Zunge in Amerika ausdehnen. Napoleon wußte sehr wohl daß diesiegreiche Selbständigkeit der conföderirten Südstaaten Nordamerika's, eine Spal-tung der Vereinigten Staaten, die neue politische Combinationen herbeiführte, dienothwendige Bedingung des Gelingens war; er war demgemäß geneigt und bereitdie Südstaaten selbst mit den Waffen zu unterstützen. Aber er wußte auch sebrwohl, daß er das nur im Verein mit England wagen konnte. Er rechnete aufEngland, und darin lag sein Irrthum — sein unverzeihlicher Irrthum dürfte manwohl sagen; denn er konnte und mußte wissen, daß Lord Palmerston und Ruffelnicht die Leute dazu waren sich auf so weit aussehende Dinge einzulassen. Derschlechte Erfolg dieses Unternehmens hat dem Kaiserreich ganz unberechenbar ge-schadet — denn nichts verzeiht die National-Eitelkeit des französischen Volks we-niger als ein solches Mißlingen in dem Frankreich in einer oder anderer Weisegedemüthigt scheint.

Ein zweites Mal verrechnete sich Napoleon i» Beziehung auf den Zwist umdie Elbherzogthümer. Er hatte sich ein falsches Bild von der Politik Preußens