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Zweiter Band.
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Anmerkungen.

dadurch, daß die französisch-italienische Armee noch immer zögerte, ihrerseits dieOffensive zu ergreifen.

") Oesterreichischer Seits wurden zu dieser Recaguoscirung 25 Bataillone und9 Schwadronen, im Ganzen, ohne die Artillerie-Mannschaft, — 23,665 Mann und68 Stücke Geschütz verwendet. Baraguay d'Hilliers zählte im Ganzen in seinendrei Divisionen zur Zeit nur — 23,655 Mann und 63 Stücke Geschütz.

Wirklich in das Gefecht kamen von Seiten der Franzosen nur die 13 Ba-taillone der Division Forey, — etwas italienische Reiterei, deren Tapferkeit auchvon österreichischer Seite anerkannt wird — und ein Bataillon vom fünften fran-zösischen Armee-Corps, das sich, scheint es, zufällig in der Nähe befand —: schwer-lich mehr als 10,000 Mann, — wahrscheinlich sogar etwas weniger.

Aber die österreichischen Truppen waren etwas weitschichtig „echelonirt" wieman das nennt, d. h. ziemlich zersplittert. Die Oesterreichs waren überrascht alsdie Franzosen unerwartet ihrerseits zum Angriff übergingen, ihre zerstreute Auf-stellung machte jede einheitliche Leitung unmöglich, ihre Truppen kamen nur ab-theilungsweise nach einander in's Gefecht und schlugen sich so, man möchte sagenbruchstückweise, selbst als das Gefecht in der That gar keinen Zweck mehr hatte.

Der Eindruck, den das Gefecht machte, war ein Oesterreich, seiner Politik undseinem politischen Ansehen sehr ungünstiger. Um so mehr da die bisherigen wesen-losen Operationen und die längere lluthätigkeit der österreichischen Armee an derSesia bereits großes Bedenken erregt hatte». Der Erfolg eines ersten ernsten Ge-fechts ist in jedem Kriege von sehr bedeutendem moralischen Gewicht; — in demletzten Krieg gegen Frankreich z. B. zweifelte nach dem Gefecht bei Weißenburgniemand mehr an der Ueberlegcnheit der deutschen Waffen. — Hier war das, inFolge der vorangegangenen Enttäuschungen, vielleicht doppelt der Fall; es wäreein geradezu glänzender Erfolg auf dem Gefechtsfelde nöthig gewesen, um das be-reits wankende Vertrauen auf die österreichische Kriegführung wieder aufzurichten.

Man scheint sich das zu Wien gesagt zu haben. Die wirklich maßlose Ueber-schwenglichkeit, mit der in den officiösen Zeitungen und Zeitungs-Correspondenzenvon der Tapferkeit die Rede war, welche die österreichischen Truppen in diesem Gefechtgezeigt hatten, mochte wohl zum Zweck haben den üblen Eindruck auszugleichen,den der Erfolg und die bisherige Kriegführung überhaupt gemacht haben konnten.Der Zweck wurde den Unbefangenen gegenüber verfehlt. Man sah die Absicht undman war verstimmt. Selbst die eifrigsten, beinahe fanatischen Anhänger Oester-reichs im südlichen Deutschland hatten große Mühe, ihre eigenen Zweifel zu be-täuben.

'2) Bei genauerer Untersuchung erweist sich die Oertlichkeit bei Cremvna nichtso günstig als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Die Möglichkeit einesUebergangs würde hier davon abhängen, ob es einer überschiffenden Truppe gelingtsich der Stadt zu bemächtigen, die sich dann allerdings mit ihren alten Wällen undGräben zu einem sehr festen Brückenkopf einrichten ließe.

In der Nähe von Casal-Maggiore ließen sich zwei günstige Punkte nachweisen.Der Marsch einer zahlreichen Armee über Stradella stromabwärts am Po entlanghat bis gegen Piacenza hin seine Unbequemlichkeiten, die dadurch bedingt sind daßdie Ebene zwischen dem Fluß und dem Gebirge hier nicht sehr breit ist und nament-lich bis an den Tidone kaum gestattet, in mehreren Colonnen zu marschiren. Doch