Anmerkungen.
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wäre es wohl nicht unmöglich, dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Es ließesich darüber manches sage» — besonders darüber, wie man sich gegen einen Flanken-Angriff von Piacenza her wahren müßte und könnte — doch würde das hier zuweit führen. Zweckmäßig möchte es wohl gewesen sein, den Uebergaug über denmittleren Po von länger und weiter her einzuleiten, indem man einen französischenHeertheil von Spezzia über Pontremoli auf Parma vorrücke» ließ, um sich von dortaus im gegebenen Augenblick bei Zeiten eines Uebergangspunktes zu bemächtigen.Das fünfte französische Armee-Corps mußte eben nicht blos die Bestimmung habe»,den Prinzen lJerome) Napoleon als Thron-Prätendenten nach Toscana zu geleiten.
Sehr belehrend ist, in Beziehung auf das was von Seiten der Franzose»vor Allem versucht werden mußte, welcher Werth im österreichischen Hauptquartierauf die Sicherheit der Rückzugslinie über Cremona gelegt wurde. Als die unglück-lichste Wendung der Dinge unter allen überhaupt mögliche» wurde es hier ange-sehen, wenn man im Fall eines Rückzugs auf die „gefährliche" Rückzugs-Linie überMailand und Brescia gedrängt wurde. Fand man aber doch in Napoleon's Haupt-quartier die Bewegung an den mittleren Po zu schwierig, so möchte der geradeAngriff über die untere Sesia (und die Po-Strecke Frasinetto-Valenza) immer nochbesser gewesen sein als die Umgehung über Novara. Er führte schneller zum Ziel —zur Schlacht, welche die Verbündete» suchen mußten — der Erfolg, der in Aussichtstand, war bei beiden Operationen derselbe und es wurde bei dem geraden Angriffweniger gewagt. —
Aus Napoleon's Anordnungen während der Tage bis zum 25. Mai geht mitBestimmtheit hervor, daß er in Folge des Gefechts von Montebello eine ernstgemeinteOffensive der Oesterreichs von Piacenza aus auf dem rechten Po-Ufer und eineSchlacht bei Voghera oder an der Scrivia erwartete.
Was bedeutete nun die zu gleicher Zeit, eben während dieser Tage ausgeführteBewegung nach Vercelli? — Sollte sie die Wege bahnen für eine Umgehung, dieder französische Kaiser nach einem Siege bei Voghera ausführen wollte — die aberdann gewiß nicht mehr nöthig war? — Oder sollte sie dienen, die Streitkräfte derOesterreicher zu theilen? — was war dadurch gewonnen, wenn man dazu die eigenentheilte? — Oder sollte blos Garibaldi's Einfall in die Lombardei dadurch erleichtertwerde»? — Das wäre ein unverhältnißmäßiger Aufwand von Wagniß und Mittelnfür solchen Zweck!
Die französischen Quellen geben darüber keine brauchbare Auskunft.
Der Verlust der Oesterreicher an dem Unglückstage von Palestro betrug2168 Mann, der Gefangene» können aber nicht viel über 400 gewesen sein, esmüßten denn auch eine Anzahl Verwundeter in die Hände der Verbündeten gefallensein, — was allerdings wahrscheinlich ist. —
") Wenn ein Feldherr unglücklich gewesen ist, verbreitet sich natürlich allge-mein die Ansicht, daß er sich seiner Stellung nicht gewachsen gezeigt habe; es kommenvielerlei Anecdoten über ihn in Umlauf, und namentlich wird gewöhnlich erzählt,dieser oder jener der untergeordneten Generale habe dem unfähigen Feldherrn dieallerbesten Rathschläge an die Hand gegeben, sei aber leider nicht gehört worden.So wurde denn auch in diesem Fall in Kreise», die man für die bestnnterrichtetenhalten mußte, erzählt, F.-M.-L. Zobel habe sich erboten, den Feind bei Novara mitdrei Armee-Corps anzugreifen, wenn Gyulai sie ihm anvertrauen wolle.