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Zweiter Band.
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Die Reform der Heeresverfaffung. (März 1860.)

sich dann mit einer großen Menge Offiziere belastet, mit denen mannicht weiß wohin, und deren man sich gelegentlich zu schämen hat.

Die preußische Armee besitzt in den Landwehroffizieren, in deneinjährig Freiwilligen ein Element, das trefflich geeignet ist, sie vordiesem Unheil zu schützen; und unter die Offiziere eines Linienregimentseingereiht, hat der Landwehrosfizier der Mannschaft gegenüber gleicheine ganz andere, viel günstigere Stellung als bisher.")

Gewiß kann niemand wünschen, daß dem gemeinen Soldaten,dem Unteroffizier, der Weg zur Beförderung — ja selbst zu den !

höchsten Ehrenstellen — abgeschnitten werde, wenn er durch Tapfer- '

keit und kriegerisches Geschick den Anspruch darauf erwirbt: aber !

Verdienst und Tapferkeit belohnen, wo sie sich zeigen oder aus bloßer <

Noth ohne sonderliche Wahl, und ohne daß sie eine besondere Be- ^

fähigung bekundet hätten, Unteroffiziere massenweise befördern, das j

sind sehr verschiedene Dinge. :

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Die Ansicht, daß Preußen, allerdings durch seine besondere Lage !

dazu gezwungen, einen ganz nnverhältnißmäßig großen Bruchtheil — j

verhältnißmäßig mehr als jeder andere Staat — auf die Erhaltung f

seines Heeres verwende, ist ziemlich verbreitet und beruht dennoch aufeinem Irrthum. !

Was darüber gesagt wird, war allerdings eine Wahrheit, näm-lich unmittelbar nach den großen europäischen Kriegen, als das Landverarmt und der Gesammtbetrag der Staatseinnahmen ein verhältniß-mäßig sehr geringer war. Es ist nicht mehr wahr, seitdem der all-gemeine Wohlstand sich im Lauf eines langen Friedens mächtig ge-hoben hat, seitdem in Folge dessen dem Staat reichlichere Mittelzufließen, während die Ausgaben für das Heerwesen keineswegs in ^

demselben Maße, sondern nur um ein Geringes gesteigert worden sind.

Man vergleiche das preußische Jahresbudget mit dem andererGroßmächte, mit dem Frankreichs und Englands zumal, und manwird die Ueberzeugung gewinnen, daß Preußen einen geringeren Bruch-theil seiner verfügbaren Gesammtmittel aus sein Heerwesen verwendetals diese Staaten; einen geringeren Bruchtheil als England für seinLandheer jährlich aufwendet, ohne die Kosten der Armee in Indien,welche bisher die Indische Compagnie zu bestreiten hatte, und ohnedie Ausgaben für seine Flotte zu rechnen.')