Die Reform der Heeresverfossung. (Jan. 1861.)
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Inhalt seiner Schrift wohl noch einmal in allen' seinen Theilen ern-ster Erwägung, das Ganze einer gründlichen, folgerichtigen Ueber-arbeitung unterzogen haben würde, wenn er hätte ahnen können, daß; man beabsichtigen werde, seine flüchtig hingeworfenen Gedanken ohneWeiteres zu leitenden Grundsätzen bei der wirklichen Neubildung desvaterländischen Heeres zu erheben.
General v. Willisen selbst nennt seinen Entwurf einen „nurleicht skizzirten"; und das ist er auch. Eine solche leicht hingeworfeneSkizze kann genügen, wo es nur darauf ankömmt, flüchtige Gedankenin die Oessentlichkeit zu werfen, im Allgemeinen anzuregen und eineDiskussion hervorzurufen. Da ist es allerdings nicht unbedingt Pflicht,alle Einzelnheiten ängstlich zu erwägen, vielmehr ist selbst einer ge-wissen Freiheit der Abstraktion ein weites Feld geöffnet; es ist durch-aus gestattet, in solcher Absicht auch „rsvoiios" niederzuschreiben,wie der Marschall von Sachsen gethan hat, und sie können sogar sehrfruchtbar werden. Ganz anders aber verhält sich die Sache, wennes die Ausarbeitung eines Planes gilt, der bei der Reorganisationeines Heeres wirklich befolgt werden soll; die Neugestaltung diesesHeeres selbst, von dessen zuverlässiger Tüchtigkeit die Würde und Un-abhängigkeit des Staates nach außen, das Wohl und Weh des Vater-landes, und da unglückliche Wechselsälle des Krieges den Feind garwohl tief in das Innere der heimathlichen Länder führen können, inder bestimmtesten Weise das Wohl und Weh der einzelnen Familien,das Ergebniß gar manches, mühevollem Fleiß gewidmeten Lebens,das geschützt werden und verloren gehen kann, sehr wesentlich ab-^ hängig sind. Hier tritt uns der hohe Ernst einer Verantwortlichkeitentgegen, wie sie aus dem ganzen Gebiet menschlicher Thätigkeit kaumgrößer und umfassender gedacht werden kann. Es ist eine Aufgabe,deren Lösung wohl kein ernster und gewissenhafter Mann nach einem„nur leicht skizzirten" Entwurf unternimmt.
Wäre der General v. Willisen veranlaßt worden, seine flüchtigeSkizze zu ernstem Gebrauch umzuarbeiten, so möchte sich wohl garManches darin anders gestellt haben, und Vieles wäre vielleicht dar-aus verschwunden. Zunächst würde der General dann wohl die Noth-wendigkeit gefühlt haben, vor Allem die Sätze, die sein ganzes Systembedingen, fester zu begründen und bestimmter zu beweisen. Der Ge-neral spricht — wenigstens so lange er in ganz abstracten Vorfiel-