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Zweiter Band.
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Die Reform der Heeresverfaffung. (Jan. 1861.)

Wer gewahrt nicht auf den ersten Blick, daß jede dieser Ver-heißungen die andere ausschließt!

Gen. v. Willisen hebt in seiner Flugschrift vorzugsweise — odervielmehr ausschließlich — jene erstere Seite des Systems mit Nach-druck hervor, und verlangt die kürzere Dienstzeit, damit eine größereMenge junger Leute durch die militairische Schule gehen könne. Ersagt: „Wenn es aber unabweisbar ist, sich eines der ersten Bedürf-nisse aller Kriegführung zu versichern, der Zahl nämlich, der Masse,wie man es in der Kunstsprache bezeichnet, so darf dagegen wohlein so zweifelhaftes Gut, wie die etwas bessere Ausbildung in dieseroder jener Fertigkeit entschieden zurücktreten. Dürste es Jemandengeben, der nicht lieber 300,000 Mann haben wollte, die nur 2 Jahregedient haben, als nur 200,000 mit Zjähriger Dienstzeit? und sound nicht anders heißt doch die Ausgabe, die gestellt wird,die Wahl, welche zu treffen ist."

Genau dieselbe Ansicht wurde kürzer in die Frage zusammenge-faßt: ob 300,000 Mann, die zwei Jahre gedient haben, nicht besserseien, als 200,000, auf deren militairische Ausbildung drei Jahreverwendet worden wären?

Es ließe sich auch darüber streiten. Wir könnten wenigstens be-deutsame Erfahrungen und gewichtige Zeugnisse dafür beibringen,daß die Zahl nicht so ganz unbedingt ein mehr als hinreichender Er-satz für eine genügende Ausbildung des Soldaten und eine feste Or-ganisation der Schaaren sei. Wir könnten dergleichen schon aus demklassischen Alterthum beibringen.

Schon Vegez sagt: „In oinni antoin praolio non tnm inul-titnäo ot virtus incloetu, guuin urs st sxsroitiuin solont prasstursvietoi'iain."

Doch wir würden, wenn die Frage erschöpfend erörtert werdenmüßte, sehr gern auf Zeugnisse und Erfahrungen aus der aller-neuesten Zeit übergehen, und uns aus solche beschränken. Die Aus-beute würde sehr reich ausfallen.

In der sardinischen Armee z. B. ist das sogenannte Cadres-System bekanntlich aus die Spitze getrieben. Der Soldat dient nur14 Monate bei der Fahne und wird dann zur Reserve entlassen.Die schwachen Friedensstämme werden erst im Augenblick, wo Kriegs-bereitschaft eintritt, durch eine überwiegende Anzahl einberufener Re-