448 Die Reform der Hccresvcrfiissung. (Jan. 1861.)
Es Würden jährlich 4480 Rekruten eingestellt. Bei allen neunArmee-Corps.also 40,320. — Wir sprechen hier wie überhaupt natür-lich blos von der Infanterie.
Die Grenadier-Bataillone sollen jährlich nur einmal, unter Of-fizieren, die von den Füsilieren dazu eommandirt werden, zu eineracht- bis zehntägigen Uebung zusammentreten.
Wie die Schrift des Generals v. Willisen besagt, hätte das Ar-mee-Corps dann auch noch achtzehn zweite Grenadier- (Landwehr-)Bataillone zum Besatzungsdienst. Hier scheint aber ein Irrthum,wenn nicht vielleicht ein Druckfehler vorzuliegen; denn nach demSchema können die 14 Regimenter doch nur 14 solche Bataillonehaben. Wo die 4 anderen herkommen sollten, ist nicht zu ersehen.
Unabhängig von dergleichen zufälligen Versehen und größererBeachtung werth scheint das Folgende:
Nach den Lehren des Generals gilt es vor allen Dingen, sichim Kriege den Vortheil der Zahl zu sichern; er wiederholt mehrfach,eben deshalb müsse die Organisation des Heeres darauf angelegtsein, im Frieden die größte mögliche Zahl Mannschaften für denWaffendienst auszubilden. Er tadelt es mit Recht als einen derhauptsächlichsten Mängel der früheren Militair-Versassung, daß sieviel zu wenig Rekruten einzustellen gestatte, und viel zu wenig Leuteausbilde; daß eben dadurch ein sehr großer Theil der männlichenJugend ganz von dem Militair-Dienst befreit bleibe, der Theil der-selben aber, der in die Reihen des Heeres eintreten müsse, dagegenbei weitem mehr als billig in Anspruch genommen werde — bis inein Lebensalter, wo die Verpflichtung eine sehr drückende werde.
Was er darüber sagt, ist sehr treffend, und wir können es nurmit voller Ueberzeugung unterschreiben. Er spricht von dem „schwe-ren Druck", den die bisherigen Verhältnisse herbeiführen, so oft ein„vermehrter Truppenbedarf eintritt" — und Reservisten oder Land-wehrmänner einberufen werden müssen — und der besonders beieiner allgemeinen Mobilmachung am fühlbarsten hervortrete. Erfährt fort: „Dieser Druck aber wird besonders dadurch so empfind-lich, daß eine Menge älterer und verheiratheter Leute eingezogenwerden müssen, während andere, obgleich jünger und unverheirathet,zn Hause bleiben. Es trifft also die neue Last die, welche schon diefrühere, das Dienen überhaupt getragen haben, und zwar nicht ob-