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Das Junge Deutschland und die preussische Censur : nach ungedruckten archivalischen Quellen / von Ludwig Geiger
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wodurch die diesseitige Regierung sich insbesondere verletztsuhlt. Wollte man aber zu solch' einer speciellen Angabeschreiten, so würde man genöthigt sein, Gerüchte und Ereig-nisse anzudeuten, die der boshafte Verfasser beim Schlußjener Vorrede offenbar im Sinne gehabt hat, die aber zuzarter Natur sind, als daß man wünschen könnte, sie zumGegenstand einer näheren Erörterung der bayerischen Behördegemacht zu sehen."

Die Stelle Heines, auf welche der Minister hinweist,lautet:

Ich weiß ein Königskind, das in einer schlechten adeligenReitschule schon im Voraus die größten Sprünge zu wagenlernt. Für solche Königskinder muß man doppelt hoheSchranken errichten, und man muß ihnen die goldenen Sporenumwickeln, und es muß ihnen ein zahmeres Roß und einebürgerlich bescheidnere Genossenschaft zugetheilt werden. Ichweiß eine Jagdgeschichte bei Sankt Huberts! Und ichweiß auch Jemand, der tausend Thaler Preußisch Courantdarum gäbe, wenn sie gelogen wäre."

Auf welchen intimen Vorgang im preußischen oder bayeri-schen Königshause diese Stelle Bezug nimmt, vermag ichnicht anzugeben; G. Karpeles meint, daß sie auf FriedrichWilhelm IV. und eine. diesem als Kronprinzen zugestoßeneJagdgeschichte gedeutet werden müsse.

Wenn bis dahin eifrige Beamte das Signal zum Ver-bote Heine'scher Schriften gegeben hatten, so trat nun derKönig selbst ein; in einer Kabinetsordre an den Ministerdes Innern vom 29. Januar 1833 erklärte er, daß er derAnzeige darüber entgegensehe,was wegen der zu Hamburgund Offenbach gedruckten, höchst verwerflichen beiden Bücher,Französische Zustände^ von Heine und Mittheilungen aus