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Das Junge Deutschland und die preussische Censur : nach ungedruckten archivalischen Quellen / von Ludwig Geiger
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Bücher des Werkes, die mit einem Vorbericht vom 2. April 1833versehen war. Am Ende dieses Theils findet sich ein Schluß-abschnitt, der an Goethe's Tod anknüpft; zuletzt steht die boshafteBemerkung:In dem verflossenen Jahr ist kein einziger Königgestorben. 1^68 clieux «'an vont; aber die Könige behaltenwir." Diese Stelle ist es, die der Censurbehörde weniger harm-los vorkam als der Polizei. Auch die übrigen als strafbar oderals zur Verfolgung geeignet bezeichneten Stellen kann ich nachG. Karpeles' freundlicher Mittheilung nachweisen. Die Stellengegen das Christenthum (S. 7,11, 29,34) entsprechen den Seitender Karpeles'schen Ausgabe (Bd. 5, S. 153, 154, 161, 162).Das erste Citat spricht über die Passionsblume Christi, daszweite über die Kreuzigung des Fleisches, das dritte über dieMadonnenbilder und das vierte über Kunst und Christenthum.Die Stellen gegen die Fürsten (S. 62, 60, 58) entsprechenden Seiten der Karpeles'schen Ausgabe (Bd. V, 173, 172 und171) und behandeln den Befreiungskrieg, den falschen Patriotis-mus und die Fremdherrschaft in Deutschland.

Die drei letzterwähnten Stellen allerdings in umge-kehrter Reihenfolge denn eigentlich ist es nur eine zu-sammenhängende, mögen hier folgen; sie werden heute schwer-lich dasselbe Entsetzen erregen wie ehedem.Wir hätten auchden Napoleon ganz ruhig ertragen. Aber unsere Fürsten,während sie hofften, durch Gott von ihm befreit zu werden,gaben sie auch zugleich dem Gedanken Raum, daß die zu-sammengefaßten Kräfte ihrer Völker dabei sehr mitwirksamsein möchten: man suchte in dieser Absicht den Gemeinsinnunter den Deutschen zu wecken, und sogar die allerhöchstenPersonen sprachen jetzt von deutscher Volksthümlichkeit, vomgemeinsamen deutschen Vaterlande, von der Vereinigung derchristlich-germanischen Stämme, von der Einheit Deutschlands.