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Erster Band.
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Einleitung.

Von den Pfahlwerken unterscheiden sich die Packwerkbanc, z. B. der im Steinhäuser Rietbei Schnssenriet (das heißt in dem jetzt trockenen Teile des ehemals weit größeren Federsees),bei welcher Banart die Wagerechten Holzlagen unmittelbar auf dem Seegrnnd sich befanden.

Die Bewohner der Pfahlbauten (und wohl auch der Packwerkbane) standen in derKultur weit höher und lebten auch viel behaglicher als die Höhlenmenschen. Sie warengewandte Jäger und Fischer, trieben aber daneben auch Ackerbau, Viehzucht und Handel.

Ein großer Fortschritt gegenüber den Pfahlbauten war ferner die Anlegung von Wohn-sitzen auf dem flachen Lande, wahrscheinlich infolge der Auffindung wirksamerer Mittel derVerteidigung (besserer Waffen) gegen wilde Tiere und Feinde.

Höhere Stufen vorgeschichtlicher Kultur, als die bisher genannten, finden sich in Österreich.Es wäre in der That sonderbar, wenn das Stromgebiet der Donau, das alle Erfordernisse dazubesaß, nicht schon früh ein Herd höherer Kultnrentwickelung gewesen wäre. Wahrscheinlich die

ältesten der dortigen Funde sind die derUrnenfriedh öfe, die sich von dort ausfächerförmig über einen großen Teil Euro-pas verbreiten. Ein Beispiel ist der beiMaria-Rast in Stciermark geöffnete, vor-wiegend Bronzeschmncksachcn, aber keineWaffen enthaltende Friedhof. Weit reich-haltiger ist die bei den Sälzwcrken vonHall statt im Salzkammergnt entdeckteAnsiedelung. Es wurden dort an einemkleinen See in einer Schlucht am Fuße desThorsteins seit 1846 über tausend Gräberentdeckt, in welchen, vhne Hngelanfwnrf, so-wohl ganz oder teilweise verbrannte, wie«»verbrannte Leichen, jene in Holz-, Bronze-oder Thongefäßen, diese aber frei oder inThonmnldcn gebettet waren. Manche Grä-ber enthielten mehrere Leichen, wohl vonVerwandten oder Freunden, die meisten aberWaffen oder andere Geräte aus Bronze,Eisen, Gold, Bernstein, Elfenbein u. s. w.von vorzüglicher Arbeit. Besonders voll-endet sind die Schwerter und Schmuck-gegenstände, letztere von Bronze-- oderGoldblech, erstere meist von Eisen, Bronze-gefäße von edeln Formen, die besseren von italischer Arbeit, prächtige Gürtel von Brvnzeblech,Ringe, Spangen in Kreis-, Spiral- und Bügelform u. s. w., vielfach mit Beisatz am Orteselbst gewonnenen Nickels. Aus Platten und Gefäßen von Bronze sind in Relief Szenen vonKriegen, Jagden, Umzügen u. s. w. dargestellt. Ferner wurden Reste von Pelzen und Wollen-stoffen gefunden, dagegen nichts von Münzen oder Schrift. Die Bewohner dieser Ansiedelunglebten um die Mitte des letzten Jahrtausends v. Chr. und gehörten ohne Zweifel zu denKelten (siehe oben S. 6). Den Namen Hallstatts erhielt eine ganze Knltnrperiode mit ähn-lichen Formen, wie sie dort gefunden wurden; dieselbe zieht sich durch ganz Süd- und einenTeil Mitteldeutschlands, Italiens und Frankreichs hin. Diese Übereinstimmung schließt jedochdie Annahme aus, daß die Bewohner all dieser Fundstätten, die in so alter Zeit unmöglicheine so hohe Kultur besessen haben können, selbst die Versertiger der genannten Gegen-stände gewesen seien, deren Beschaffenheit vielmehr auf eine Einfuhr durch die handel-treibenden Etrnsker hinweist, die sie teils selbst fabriziert, teils von den seefahrenden Phönikernerhalten haben mögen.

Spuren des Keltentnms in Österreich erblickt man ferner in einem bei Jndenburg in

Pfahlbau von Nieder-Wil bei Frauenfeld in der Schweiz.(Mitt. d. antiq/öiesellsch. z. Zürich. XII.)