Band 
Erster Band.
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>>8 Erstes Buch. VI. Die Kultur in den Reichen der Merominder.

Angelsachse, bekehrt, vollständig sreilich erst im siebenten Jahrhundert. Zu derselben Zeit gingKolnmba der Jüngere als Apostel nach Gallien, welches zwar schon christlich, aber diesmeist nur dem Namen nach war, wie nns die Sitten der Bewohner bereits zeigten, währenddie östlichen, deutschen Teile des Frankenreiches noch fast gänzlich im Heidentnme lagen. Derbritische Apostel, ein außergewöhnlicher Mann, der selbst den Papst vor Ketzereien warnendurste, gründete Klöster in den Bvgesen und kam dann, seiner Freimütigkeit wegen mit derUngnade des Königs Theudebert von Anstrasien bedroht, mit seinen Schülern zn den nochheidnischen Alamannen der jetzigen Schweiz, wo sie die Götterbilder zerstörten und das Kreuzaufrichteten. Der Ire oder Walcse Gallns aber wirkte am Bvdensee und zog sieh zuletzt<617) in jene Einsiedelei zurück (7 620), aus welcher sich später das für deutsche Kulturund Litteratur so wichtige Kloster St. Gallen entwickelte. Kolnmba selbst pilgerte weiternach Italien und endete in dem von ihm gestifteten Kloster Bvbbio (bei Paoia). Diese Apostelwaren auf dem Fcstlande (von Italien abgesehen) die ersten wirklichen Lehrer und Predigerin religiösen Dingen.

Wie Süddeutschland von britisch-irischen, so wurde der Norden unseres Landes vonangelsächsische» Aposteln znm Ehristcntume bekehrt. In den kleinen Reichen des letzter»Volkes, zn welchen Papst Gregor I. soll» 66 k), als Mensch, Schriftsteller und Tvukünstlergleich ausgezeichnet, Glanbensboten gesandt hatte, leistete Erzbischof Wilsrid von PorkGroßes für Bildung und Kunst; er predigte, als er verbannt ward, in Frist and als dererste (678) das Kreuz. Die Frisen waren die rührigsten Handelsleute jener Zeit und ver-mittelten den Verkehr zwischen den, Frankenreiche und dem Norden; daher war ihre Be-

kehrung von ganz besonderer Wichtigkeit. Auf Wilsrid folgten in gleicher Weise Egberht,Wihtbcrht, Willibrord n. a. Suidbcrht wandte sich nach dein Rhein und gründete dasKloster Kaisers werth. Aber auch im Süden Deutschlands wirkte ein Angelsachse alsApostel, Pirmin nämlich, welcher von der Schweiz bis Lothringen wanderte und die

Klöster Reichenan im Unterste und Pfävers obder Tamina gründete. Es ist dabei hoch an-zuerkennen, daß diese Apostel nicht nur den

Glauben, sondern auch das Wissen beförderten,indem sie die Bekehrten mit den antiken Klassikernbekannt machten.

Und so erwachte in der Umgebung dieserMänner auch in ihrem Vaterlande eine nichtdurchweg von, Kirchenglanben abhängige Geistes-thätigkeit. In Caedmon aus Deira (Nvr-thnmberland) erstand der erste deutsche Dichter,den wir besitzen (denn das Angelsächsische mußnoch unserer Sprache zugeteilt werden). Zwarauf biblische Stoffe sich beschränkend, hat erdennoch einen kühnen Geist gezeigt und er-greifende Bilder geschaffen. Er starb nm 68t».Von einem jünger» Dichter Abt AldHelm ausWessex besitzen wir leider nur lateinische Werke,die angelsächsischen sind verloren, ebenso vondem anglischen Kirchenhistvriker und geistlichenDichter, dem Mönche Beda (7 7!!.7), den derBeiname des Ehrwürdigen schmückt. Daß gleich-zeitig auch in Tentschlnnd selbst Helden im Liedegefeiert wurden, zeigt die Verwendung der NamenAttilaS und Theuderichs im spätern Epos;daß dies jedoch erst geraume Zeit nach demTode derselben geschah, ersehen wir aus der

Tassilokelch.

Im Stift zu KremSmllnsler,