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Erster Band.
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Erstes Buch. VII. Karkder Große und sein Reich.

die bei den Mcrowingern noch unbekannte Krönung des Königs folgte. Ein damals nichtzu verachtendes, weiteres Moment aber war die Zustimmung der Kirche zn diesemRegierungswechsel. Sie fiel bezeichnenderweise mit dem Emporsteigen des Bischofs vonRom zum förmlichen Primate der abendländischen Christenheit und mit der Schöpfung einesweltlichen Gebietes für diesen obersten Kirchenfürsten Westeuropas zusammen, bei welchenbeiden Machterweiterungen Pippin der Kirche aus wohlerwogenen politischen Gründen gernbehilflich war. —

Seit dem Regierungsantritte Pippins wurden die königlichen Urkunden von denGeistlichen der Hofkirche, zu denen der Kanzler des Königs gehörte (nicht mehr von weltlichenReferendarien>, ausgefertigt. Als Material der Urkunden dienten noch im sechsten Jahrhundert

Beispiel der Vollziehung der ältesten königlichen Urkunden.

(Nach Sickel, bei v. Sybel und Sickel, Kaiserurkunden.)

Verkleinertes Faksimile der Unterschriften von einer Urkunde PippinS, durch welche dem Kloster Fulda die Villa Deiningen geschenktwurde; ausgefertigt im Juni 760 zu Attigny. Originaldiplom im k. preuß. Staatsarchiv zu Marburg. Das ESchatokoll ist vomKanzler Hitherius geschrieben; die Vollziehung durch die Hand des Königs beschränkt sich auf einen Punkt in dem Zeichen des Kreuzes:den Dollziehungspunkt. Der Text der Urkunde ist von Wigbaldus, einem Untergebenen des Kanzlers geschrieben; das angehängteSiegel, dessen Führung dem dafür verantwortlichen Kanzler oblag, ist nicht mehr vorhanden. ESchatokoll ist in: Gegensatz zu Protokollder dem Texte der Urkunde angehängte Teil und besteht aus der Unterschriftszeile des Königs (Ligvum -j- I»ippino gloriosissimorego), der Nekognitionszeile des Kanzlers (Eksrismon). HitUsring iw vioo Uaääjlona; folgt das Rekognitiontzzeichen mit den tiro-nischen Noten, welche aufzulösen sind in Hitllerius sudsoripsi), der Datumszeile (vuta. in nionss ^nnio anno nono rogL nostri.

Papyrusrollen mit angehängten Blcisiegeln, seit dem siebenten aber nur kleine Pergamentstückemit aufgedrückten Wachssiegeln. Ihre Schrift wurde schnörkelhaft und nahm nicht nur anLesbarkeit ab, sondern wurde auch mit stenographischer Geheimschrift vermengt. Man begannschon damals Archive anzulegen. —

Das Verhältnis des Frankenreichs znm römischen Primate brachte es mit sich, das;die ersten Thaten Karls, des spätern großen Karls, sich eng an die wichtigsten Vor-fälle unter seines Vaters Regierung anschlössen. Dieses Verhältnis aber war derart, das; esdas Fortbestehen einer andern Macht in Italien als der fränkischen, also die weitere Existenzdes langobardischcn Reiches unmöglich machte, wenn nicht die Franken entweder von ihremAmte als Beschützer des Papstes zurücktreten wollten oder im Kampfe mit den Langobarden