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Erster Band.
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Innere Organisation des karolingischen Reiches.

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Streng hielt dcr Kaiser anf die Echtheit der Münzen, Maße und Gewichte.Auf der Vorderseite seiner Münzen war sein Name, auf der Rückseite der der Münzstättegeprägt. Er erhöhte das Gewicht des merowingischen Pfundes von 327 anf 367 (nach anderenanf 408) Gramm Gold und ließ 20 (noch Pippin 22) Solidi --- 240 Silberdenare darausschlagen, welches System bis in die deutsche Kaiserzeit hinein währte. Der Solidus galtdanach ^ 51.19—56.91, der Denar 4.26 — 4.74 in Gold. Die wichtigsten Preise

waren folgende: für >/., Denar (^-18 Pf.) erhielt man ein Huhn oder 4,8 ÜA Weizen-

oder 6 üss Roggenbrot. Ein Rind kostete 6, ein Pferd 10 bis 30 Denare (27, bez. 45 bis

135 ^E). Nach Dahn sind demnach heute Hühner 4 bis 8, Roggen 6 und Weizen 9 mal

so teuer als unter Karl dem Großen. Indessen blieben damals und noch lange die Münzen,vbschon nur der Staat sie schlagen durfte, in den einzelnen Reichsteilen nach Wert undGehalt verschieden. In seiner Pfalz zuAachen ließ Karl Mustcrmaße und Muster-gewichte aufstellen. —

So einfach Karl in altfränkischeTracht sich selbst kleidete, so großen Prunktrieb man an seinem Hofe mit dem Golde.

Die Frauen und Vornehmen waren damitbedeckt, die Möbel davon überzogen; Gold-stoffe kamen aus Byzanz. Die Gold-schmiedckunst wurde das vornehmste Gewerbe.

Die Einkünfte des Reiches wurdengebildet durch Kriegsbeute, Tribute vonVassallen und unterworfenen Feinden, Ge-schenke fremder Fürsten, des Papstes undeinheimischer Großen, Schntzgclder vonKirchen und Klöstern (Männerklöster mußtenPferde, Francnklöster Gewänder liefern),

Grund- und Kopfsteuern, die noch ausrömischer Zeit stammten, Zehnten von Waldund Wiese n. s. w. Auch gehörte demKönig alles herrenlose Gut, unbebaute Landund eroberte Gebiet.

Die Ämter des Reiches hattenunter Karl dem Großen jenes Maß vonMachtznwachs erfahren, welches ihnen, wieoben gezeigt, ermöglichte, die Wurzel desneuen Adels zu werden. Das Amt warein Recht, ein Besitz, und der Inhaber be-zog die Entschädigung für seine Mühe-waltung nicht etwa durch einen Gehalt,sondern durch Waffen, Pferde und Land. Bei größerem Verdienst oder Gunst aber erhieltendie Bevorzugten von: Könige Benefizien, nicht als Eigentum, sondern zu Lehen, meist aufLebenszeit, und zwar die weltlichen Beamten Landgüter, Grafschaften und Markgrafschaften(die teils an die Stelle der früheren Herzogtümer traten), die Geistlichen Abteien und Bis-tümer, wodurch sie vom Monarchen abhängig und ihm als Vassallen znr Treue und zuDiensten verschiedener Art, oft auch zu Abgaben verpflichtet wurden. Der Lehnsnehmcr thatdasselbe gegenüber Personen untergeordneten Ranges. Wie dcr Höhere hierbei dem NiedernSchutz versprach, so dieser ihm Ergebenheit.

Große Macht besaßen die Hofbeamtcn, und es war eine Schattenseite in KarlsLebenshaltung, daß der Hof einen Einfluß anf ihn und das ganze Land ausübte, der nichteben von, guten war, viele Willkür bewirkte und den Angehörigen des Palastes eine Zügel-

Kleine karolingische Bronzestatuette Karls des Großen.Paris, Museum Carnavalet.

Zuerst 1634 im Inventar der von Karl d. Gr. gegründeten KathedraleSt. Stephan zu Metz als Bildnis des Kaisers erwähnt; mutmaßlicheinzige erhaltene authentische Darstellung. Das Kostüm des Kaisersist die altfränkische Volkstracht, die vom sechsten bis zum neuntenJahrhundert im Gebrauch war.