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Die Trennung Deutschlands von: jrankenreiche.
ei Karls des Großen Tode (28. Januar 8 >4) war sein Reichnoch immer ein unfertiges; es glich dem ehemaligenrömischen Reiche im Mangel an nationalen: Charakter.Nur der kirchliche Glaube war seinen Insassen gemeinsam.Allein nicht nur Romanen und Germanen umfaßte es,sondern im Osten auch Slawen und Awaren, in: WestenKelten und Basken, und diese so verschiedenartigen Völker-schaften waren weder zu einen: Volke in: politischen Sinneverschmolzen, noch den: Wohnsitze nach genau getrennt,noch ihres besondern Volkscharaktcrs sich selber bewußt.Nur Italien war und blieb von den Reichsteilen imNorden der Alpen geschieden, nicht nur der Lage undden: Klima, sondern auch den Anschauungen der beider-seitigen Bevölkerungen nach, die sich niemals als zu-sammengehörig betrachteten. In Italien lebte nochimmer der römische Geist, man blickte dort in dieVergangenheit zurück, in: Norden aber in die Zukunftvoraus. Die Landessprachen wagten damals erstschüchtern hervorzutreten. Denn die Geistlichkeit hieltnoch an der Vorstellung des heiligen Augnstinus fest,daß die hebräische, griechische und lateinische Sprachedie drei heiligen Zungen wären. Freilich trat bereitseine Shnode gegen diese Ansicht auf und beschloß, es solle niemand glauben, daß Gott nur indrei Sprachen anzurufen sei, da in jeder Zunge Gott angebetet und der Mensch erhört werdenkönne, wenn er nur um gerechtes bitte. Trotzdem fuhr die Geistlichkeit fort, die Volkssprachenzu verachten und wie in: Morgenlandc an: Griechischen, so in: Abendlande an: Lateinischenfestzuhalten. Obschon Karl der Große und Alknin dazu antrieben, den: Vvlke das Evangeliumzu verkünden, vernachlässigten die Bischöfe, welchen allein das Predigen zur Pflicht gemacht war,die Erfüllung derselben gleichwohl. Die Volkssprachen galten ja als ungebildet und heidnisch;sogar Einhart und Otfrid nannten sie barbarisch; es war daher auch den Nonnen verboten, deutscheLieder, besonders Mädchen- und Liebeslieder (winilsockas) zu schreiben und zu versenden. EinzelneGeistliche freilich bildeten rühmliche Ausnahmen; Missionäre besonders erachteten es in: Interessedes Glaubens, unter dem Volke zu wirken, welches das Lateinische nicht verstand. Karl befahl789 und 801 allen Geistlichen das Predigen wenigstens an den Sonn- und Festtagen. DieMönche befolgten jedoch dieses Gebot eifriger als die Bischöfe, denen es wiederholt eingeschärftwerden mußte. Vorgeschrieben wurde (818 auf dem Konzil von Tours) die Predigt über die
Initialbuchstabe in einer für Karl den Kahlenausgeführten Bibel; Mitte des neunten Jahrh.Paris, Nationalbibliothek.