Sprache und Dichtung im Kloster St. Gallen.
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Meier) die Herren spielten, mit Hörnern und Hunden zur Hasen- und Wolfsjagd, zur Bären-und Sauhatz zogen und den Pflug auf dem Acker verrosten ließen, wurde die Abtei von denfremdartigsten Völkern, sowohl von den Söhnen der asiatischen Steppe, den Magyaren (926),wie von denen der afrikanischen Wüste, den Sarazenen (um 950) überfallen. Erstere plündertennach Herzenslust in dem von den Mönchen verlassenen Kloster (die Bruder hatten sich in einenahe Waldschanze zurückgezogen, Bibliothek und Kirchenschatz aber gut verborgen); letztere, die sichfest in den Alpen eingenistet hatten, wurden von den handfesten Mönchen mit Waffen glücklichvertrieben. Auf die Strenge der Klosterzucht aber wirft die Thatsache ein unheimliches Licht, daß(937) ein Schüler, der auf den Boden geschickt wurde, um zu seiner und anderer BestrafungRuten zu holen, den Dachstuhl in Brand steckte, so daß die ganze Schule, ein Teil derKirche und der Wohnungen abbrannte und die Brüder anderwärts Unterkunft suchen mußten,wodurch die Klosterordnung arge Störung erlitt. Was ferner gewaltthätige Äbte vermochten,zeigt das Beispiel Kralochs (940—959), der den widerspenstigen Mönch Viktor durch-
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Der Hohentwiel.
Peitschen und dann auf der Flucht anhalten und blenden ließ, selbst aber vor seinenempörten Mönchen fliehen mußte und dabei die mitgenommenen Schätze der Kirche durchRaub wieder verlor.
Nach dem Tode Abt Kralochs kehrte in St. Gallen eine freundlichere Zeit ein. Wiedie drei kunstreichen und gelehrten Freunde Notker, Ratpert und Tutilo eine erste, so begründetendie Ekkeharte mit Notker Labeo am Ende des zehnten und Anfange des elften Jahrhundertseine zweite, wenn auch nicht so glänzende Blüteperiode des Klosters. Jene war die Zeit desstrengen Klosterlebens, das jedoch mit der gewissenhaften Übung der frommen Gebräuche in denMußestunden oft auch einen recht derben Humor abwechseln ließ. Die neue Periode gestattete da-gegen im kirchlichen Leben mehr Freiheit, befliß sich auch zugleich feinerer und gebildeterer Sitten.Der erste Ekkeh art, der Dekan, welchen wir bereits als Sänger des Helden Walter kennen, warder Vater aller Armen und Reisenden (er starb 973). Der zweite, sein Neffe, war es, denseine Gelehrsamkeit, weltmännische Gewandtheit und Schönheit an den Hof Kaisers Ottos II. undauf den Hohentwiel, die Burg der schwäbischen Herzogin Hadwig, der Nichte Ottos desGroßen, rief, um derselben, der einstmaligen Braut eines byzantinischen Kaisers, die bald das