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Zweites Buch. II. Das Reich und seine Kaiser.
meine erlauchten Herren Kaiser (Otto I. und II.), ihr seid mir immer schön, immer glänzend,mächtig, gnädig und tugcndreich erschienen, aber um wie viel mehr von diesem Augenblick an."Und das war keine Schmeichelei, denn es war wahr! Es erfreut, daß derselbe Gesandteauf sein Volk ebenso stolz war, wie auf seine Kaiser. Auf die verächtliche Bemerkung desByzantiners: „Ihr seid keine Römer, sondern nur Langobarden", war er so kühn zu antworten:Romulus habe Rom mit schlechtem Gesindel gegründet und dieses „Römer" genannt, und fuhrdann fort: „Solcher edlen Abkunft sind diejenigen, die ihr die Herren der Welt nennt, die wiraber, das heißt die Langobarden, Sachsen, Franken, Lothringer, Baiern, Schwaben und Bur-gunder (das sind eben die Deutschen, für die er aber 068 noch keinen allgemeinen Namenwußte), so tief verachten, daß wir im Zorn gegen unsere Feinde kein anderes Schimpfwort
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Krypta i»i St. Petersdom zu Quedlinburg: Grabstätte Kaiser Heinrichs I. und seiner Gemahlin Mathilde.
kennen, als: „Tu Römer!" Denn Feigheit und Niederträchtigkeit, Geiz, Üppigkeit, Lug undTrug, kurz alle Laster fassen wir in diesem einen Worte zusammen." Ein anderes Mal dann:„Wenn du aber den Glauben der Sachsen jung und einfältig nennst, so gebe ich dir darinRecht; denn bei ihnen ist er noch frisch und kräftig, nicht alt, verkommen und einem schäbigenRocke gleich wie hier." Und das alles sagte ein germanischer, wenn auch romanisch sprechenderPriester einem Monarchen ins Gesicht, der bei aller Filzigkeit und Ränkesucht doch ein Heldim Kriege war und solche Freimütigkeit daher leicht rächen konnte.
Es ist denn auch bezeichnend, daß schon damals, in den ersten Zeiten des Reiches, dasdeutsche Volk die Kaiserwürde seines Königs nicht von der Krönung durch den Papst inRom, sondern von etwas ganz Anderm: von seinen Thaten ableitete. Der sächsische Ge-schichtschreiber Widukind betrachtet Karl den Großen während seiner ganzen Regierung als