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Erster Band.
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Die Königskrönung und der Kaisertitel.

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Kaiser und läßt Heinrich I. lind Otto den Großen von ihren Kriegern, beide nach den bedeu-tungsvollen Siegen über die Magyaren, als Kaiser ausgerufen werden, natürlich nicht alsrömische, sondern als deutsche Kaiser, das heißt als Könige, die mächtiger waren alsandere. Ebenso wurde der König auch als solcher geehrt, wenn er, wie z. B. Heinrich I., gar-nicht gekrönt war. Die Krönung selbst aber, welche Otto I. wieder einführte, ging folgender-maßen vor sich: In Aachen, in der Säulenhalle zwischen der Pfalz und dem Münster, wurdeder König auf den Marmorthron Karls des Großen erhoben und empfing dort die Huldigung.Dann bewegte sich der Festzug der Großen des Reiches nach dem Münster, in dessenMitte der Erzbischof von Mainz den König dem Volke vorstellte, das ihn mit jubelndemZurufe empfing. Dort wurden ihm von dem Kirchenfürsten unter passendem Zuspruch Schwertund Wehrgehäng, Mantel, Scepter und Stab überreicht; hierauf wurde er gesalbt undgekrönt, stieg auf den zwischen zwei Marmorsäulen erhöhten Thron, wohnte der Messe beiund begab sich dann mit seinem Gefolge zum Königsmahl in die Pfalz, bei welchem ihndie Herzoge als die ersten „Ministerialen" des Reiches bedienten. Dieselben sorgten zugleichfür die Unterkunft und Verpflegung derGäste. Der Herzog von Lothringen be-kleidete das Amt des Kämmerers, dervon Franken das des Truchsessen, der vonSchwaben das des Schenken und der vonBaiern das Marschalksamt. Zum Schlußbeschenkte der freigebige König alle Teil-nehmer an dem Feste seiner Krönung.

Das Zeichen der Kaiserwürdewar seit Otto I. der einfache Adler.

Die Wahrzeichen des Königtums warenseit den Karolingern Thron, Scepter,

Richterstab, Schwert, Kreuz, Speer (mitoder ohne Fahne), die Krone, späterüberdies noch Purpurmantel, Arm-spangen, Sandalen, Handschuhe, Siegel-ring und Reichsapfel.

War Konrad I., der auf die Ka-rolinger folgte, der erste deutsche Königund Heinrich I., in welchem die Frankendas Reich den Sachsen überließen, dererste Mehrer und Verteidiger des Reiches,so ist Otto der Große der erstedeutsche Kaiser zu nennen. Gleich Karl dem Großen erhielt Otto von fernen MonarchenBeweise der Hochachtung. Die Könige Englands und Dänemarks, die unterworfenen Häupt-linge der Slawen und Magyaren buhlten ebenso sehr um seine Gunst wie die Kalifen vonCordova und die Kaiser von Byzanz, und alle diese Machthaber sandten ihm Geschenke: goldeneund silberne, kunstreich gearbeitete eherne, gläserne und elfenbeinerne Gefäße, Teppiche, Balsamund Spezereien aller Art, seltene Tiere, wie Löwen, Kamele, Affen, Strauße u. s. w.Und wie Karl der Große zwischen Rhein und Elbe unter den Sachsen, so verbreitete undbefestigte der letzteren Stammesgenosse Otto der Große das Christentum unter den Slawenzwischen Elbe und Oder, wie auch unter den Jüten der dänischen Halbinsel; er gründete in diesenweiten Gegenden neue Bistümer. Dänemark und Polen, später auch Ungarn wurden durchdeutsche Sendlinge der Kultur gewonnen und zugleich dem Deutschen Reiche als Lehen einverleibt.Die Menschenopfer hörten in diesen Ländern auf; die Zivilisation verdrängte die Barbarei.

Bei dieser Machtstellung Ottos war er, wie einst Karl der Große, thatsächlich schonKaiser des Westens, ehe ihn noch der Titel dieser Würde schmückte. Es lag gewisser-maßen in der Luft, daß der letztere ihm zufallen werde und müsse, und es fehlte als notwendige

Deutsche Kulturgeschichte. H

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Marmorthron Karls des Großen im Dom zu Aachen.