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Erster Band.
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Zweites Buch. 11. Das Reich und seine Kaiser.

Voraussetzung dazu nach den damals herrschenden Begriffen nur noch der Besitz des KönigreichsItalien. Die an dieses Land geknüpfte Kaiserkrone war freilich nur ein wesenloser Schatten,seit sie mit dem italischen Süden den Deutschen entrissen worden; im Besitze eines Btanneswie Otto mußte sie indessen wieder werden, was sie einst auf dem Haupte des großen Karlgewesen war.

Die Politik Ottos beruhte auf dem Gedanken, mit Hilfe der Kirche, deren Macht überdie Gemüter des Volkes und deren milde Regierung in ihren Gebieten er wohl zu schätzenwußte, den widerspenstigen Adel in Schranken zu halten. Sie mußte daher notwendig ihreKrönung in der Erwerbung der Kaiserwürde, in der endlichen Wiederherstellung des verwaistenrömisch-deutschen Kaiserreiches nach einer Unterbrechung von fast drei Vierteln eines Jahr-

Statuen Kaiser Ottos I. und seiner Gemahlin Editha im Dom zu Magdeburg.Arbeit aus dem dreizehnte» Jahrhundert; bemalt.

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Hunderts erblicken. Höher als Otto konnte der deutsche Kaiser sich nicht Wohl erheben; that-sächlich ist auch kein anderer so hoch wie er gestiegen, denn auch die Päpste seiner Zeit er-kannten seine Oberhoheit an.

Heinrich I. und Otto I. waren indes nicht nur große, sondern auch haushälterische Vüterdes Reiches. Sie übten weder Druck noch Verschwendung; sie suchten sich nicht zu bereichern.Ihr Verhältnis zu ihrem Volke war ein vorwiegend familiäres, patriarchalisches. Kamen auchunter dem großen Otto mehrere gefährliche Aufstände vor, an welchen sich seine nächsten Ver-wandten, ja, sein Bruder, Sohn und Eidam, beteiligten, so trugen daran teils überquellendeThatenlust, teils Aufreizungen einzelner übelwollender Persönlichkeiten die Schuld. Diesetraurigen Vorfälle haben aber durch die wirklich bewundcrnswertc Versöhnlichkeit des Kaisersund durch die ergreifende Rene und heldenhafte Sühne der Schuldigen, durch ihren frühenTod auf dem Schlachtfeldc oder in strenger Pflichterfüllung einen Ansgang gefunden, der