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Erster Band.
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Zweites Buch. V. Wirtschaftsleben, Stünde und Sitte».

Die Wartburg iu Thüringen.

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Unter den sächsischen Königen begann der Bergbau im Harz, bald darauf auch imErz- und im Ricsengebirge. Im zwölften Jahrhundert hatte er bereits hohe Bedeutung für diedeutsche Volkswirtschaft; er wurde als Mouopvl von den Herren selbst betrieben oder an Berg-leute verliehen, die sich zu Genossenschaften mit selbständigem Betriebe zu vereinigen suchten.Lolche bildeten schon früher zur Gewinnung des Salzes die „Pfännerschaften" der Salinenin Salzburg, im Salzkammergut, in Schwäbisch-Hall und vielen anderen Orten, namentlich inSachsen (Halle). Herren und Klöster waren eifrig bestrebt, Teilhaber derselben zn werden. DieKönige und später die Dürsten beanspruchten jedoch die Salzgewinnung als Regal.

Die Ausdehnung des Betriebs der Gewerbe zeigte uns schon der Klvstcrplan vonSt. Gallen (2. 141). Die vielen Fehden und Kriege begünstigten besonders das Metalleund Leder verarbeitende Handwerk, dessen Betrieb, Sache der Hörigen und Leibeigenen, in denFamilien meist erblich war. Glas und dergleichen wurde bereits durch fabrikartige Ein-richtungen gewonnen; Bier braute man selbst in den Häusern; auch die Hausgeräte verfertigtensich die Leute zu ihrem eigenen Gebrauche selbst, und die Frauen, die von hohem Stande nichtausgenommen, sorgten in emsiger häuslicher Thätigkeit durch Spinnen, Weben, Nähen undSticken für die einzelnen Bestandteile der Kleidung.

Bon einem Handel, der mehr als die täglichen und gewöhnlichen Bedürfnisse umfaßte,war nicht die Rede, ehe die Städte sich nicht noch ganz anders ausgestaltet hatten (S. 207).Doch befanden sich schon zn Ende des zehnten Jahrhunderts deutsche Kaufleute in England, und derHandelsweg über die Alpen belebte sich bedeutend. Auch die Schiffahrt auf dem Rhein und derDonau, und seit den Erfolgen gegen die Slawen auch aus Elbe und Oder ward lebhaft betrieben.

Bares Geld war selten; man zahlte Abgaben, Bußen und Waren meist in Natur-erzeugnissen. Seit der Mitte des zehnten Jahrhunderts aber mehrte sich das Geld. Besondersdurch die Tribute der besiegten Dänen, Normannen, Slawen, Italiener und durch die Ent-wickelung des Bergbaues aus edle Metalle ward es allgemein verbreitet, so daß um das Jahr1000 Deutschland bereits reich an gemünztem Gelde war. Bvm zehnten bis zum zwölftenJahrhundert wurden keine Goldmünzen geprägt, sondern nur Silberdenare, die man bei