240 Zweites Buch. VII. Das Zeitalter des Rittertums uud des Miunedienstes.
Gefangene, wenn nicht besonderer Haß vorlag, in besseren Gelassen des obern Tnrmteils unter.Im ersten Stockwerke befand sich die Küche, durch welche man in die übrigen Räume gelangte;hier wohnte das Gesinde: hier schlief es, bisweilen in Wandschränken. Im zweiten Stock wardie Wohnung des Burgherrn und seiner Familie; ein riesiger Ofen, an dessen Stelle späterder zierlichere, aber weniger Wärme verbreitende Kamin trat, und Wandschränke für die Gerät-schaften und Kostbarkeiten der Familie, gehörten zu ihrer Einrichtung. Die Fenster lagen inNischen, welche in die dicken Mauern eingebaut waren und Sitze enthielten, die der Burgfrauund ihren Töchtern als Arbeitsplätze dienten. Das höhere Stockwerk umschloß das Besuchs-oder Prunkzimmer, den spätern Rittersaal, in welchem die Rüstungen und Waffen an denWänden hingen oder standen, in dem auch Gelage und Gastmähler abgehalten wurden. Zuoberst endlich hauste der Turmwächter, der Ausschau hielt nach nahenden Gästen oder Feindenund durch seinen Hornrns ihr Kommen verkündete.
Seit dem zwölften Jahrhundert verband sich die Festigkeit der Ritterburgen indessen mitmehr Wohnlichkeit und seit dem vierzehnten auch mit mehr Geschmack. Die Bauten wurdenmit der Zeit weitläufiger, die Mauern weniger dick, die Fenster und Thüren weiter, dieGemächer höher, alles je nach den Mitteln des Erbauers.
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vrstnrmnng des Thortnrmcs einer Burg. Rüstung und Bewaffnung des 12. Jahrhunderts.Aus der Äbtissin Herrad von Landspcrg „Lustgarten": um 11ü!>—II7Ü.
Die Burgen, welche nicht auf sturmfreier Höhe gelegen waren, bedurften einer sieschützend umgebenden Ringmauer; dieselbe umschloß auch den etwa vorhandenen kleinen Garten,den Turnierplatz, die Wirtschaftsgebäude und Ställe und war nieist mit Zinnen versehen, hinterdenen die Verteidiger sich decken und verbergen konnten. Je nach dem Umfange der Burgwar die Ringmauer mit mehr oder weniger Warttürmen besetzt. Die Dächer waren mitSchindeln aus Blei oder Zinn, auch mit Steinplatten, gedeckt. Auf ihrer Spitze ragte eineWetterfahne, deren Gestalt und Größe den Rang des Burgherrn anzeigte.
Die Thore der Burgen waren durch schwere eiserne Fallgatter mit scharfen Spitzengesperrt, die man aus dem obern Teile des Thvrtnrmes herabließ. Bisweilen waren sie doppelt