Innere Einrichtung der Burgen.
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sowohl hängende Kronleuchter wie stehende Kerzeuhälter die Beleuchtung. Die Wände undDecken der Säle und Zimmer waren nicht ohne Schmuck; sie wurden mit Blumen, bisweilenauch mit Szenen aus dem Ritterleben bemalt; bei festlichen Gelegenheiten behängte man dieWände mit Schilden und anderen Waffen sowie mit gestickten Teppichen, welche mit Vorliebeallegorische Gegenstände und Szenen der epischen Romandichtnng darstellten. Teppiche, oftseidene, mit Gold durchwirkte, breitete man auch auf den Boden aus und streute seltsamerweisenoch Blumen darauf, wodurch sie notwendig leiden mußten. Geschnitzte und sonst kunstvollgearbeitete Gefäße schmückten die Gestelle oder Gesimse. Tische, Stühle und Bänke wurdenmeist nur zum Zwecke der Mahlzeit in den Saal gebracht und nachher wieder hinweggetragen.Hohe Personen saßen bei Audienzen und Amtshandlungen auf „Faltstühlen", die nach undnach zu Lehnstühlen wurden lworaus das französische tautenil und das jetzige mißverständliche„Feldstuhl" entstanden ist).
Saal in dcr Burg Elz bei Miinstermnifeld im Elsas;.
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In diesen Räumen nun spielte sich das gesellschaftliche Leben des Rittertums ab.Das vertraulichere der Familie hatte die bescheideneren Wohnzimmer zum Schauplatze.Wenn dieselben heizbar waren, so hießen sie nach dem Kamin „Kemenaten" (eaminatas).Auch sie waren mit Malereien, Teppichen und Blumen, jedenfalls aber mit einem Kruzifixgeschmückt. Wohn- und Schlafzimmer hingen gewöhnlich zusammen, oft diente ein Raumbeiden Zwecken.
Das wichtigste Ereignis in der Familie eines Burgherrn war immer die Geburt einesSohnes, welche, besonders wenn es der erste war, mit großem Jubel gefeiert wurde. Auchdie Taufe war ein bedeutsames Fest; man beeilte sich indessen nicht sehr mit ihr und ließ sie oftmit dem ersten feierlichen Kirchgänge der Wöchnerin zusammenfallen. Das Kind wurde nacktin das Taufbecken eingetaucht, worauf man ihm ein weißes Taufhemd anzog. Die Ammewurde aus dem Bürger- oder Bauernstände genommen: man klagte schon zu jener Zeit, daßdamit das „adelige Blut" verdorben werde. Kleine Kinder bis zu sieben Jahren durften inder Gesellschaft und selbst am elterlichen Tisch nicht erscheinen; sie wuchsen ziemlich wild undfrei, nicht im Zimmer, sondern in Feld und Wald auf; erst nach dem Kindesalter begann dieErziehung, deren Hauptzüge bereits erwähnt sind.