Aus dem fürstlichen und ritterlichen Leben.
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Damals wurden bisweilen Ehen schon im Kindesalter geschlossen, und auch diese Paaregeleitete man zum gemeinsamen Lager („also ir: sin ^sieben snoläs sin, ein t'norsM unä eindiläs"); sie lebten jedoch bis zum Alter der Mündigkeit getrennt.
Das eheliche Leben war nun freilich nicht so romantisch wie die Hochzeit und wie dieLiebesverhältnisse. Seine Frau zu züchtigen, war dem Manne nichts Seltsames und gar-nicht verpönt, ebensowenig daßselbst schon erwachsene Kindervon ihren Eltern geschlagenwurden. —
Eine hochstehende Familiebedurfte natürlich einer zahl-reichen Dienerschaft, die teilsaus Leibeigenen, teils aus frei-willigen Dienstboten, bei Fürstensogar aus Edelleuten bestand;zu ihr gehörten auch die Narren(Hofnarren) und Zwerge, derenoft recht schlechte Scherze mangegen gehörige Trachten Prü-gel duldete. Nicht nur alleDiener, sondern alle tieferStehenden wurden mit „du"angeredet, — von dem Königalso alle, — während sowohlKinder die Eltern, wie die Unter-gebenen ihre Vorgesetzten mit„Ihr" anredeten.
Das Leben auf denRitterburgen war ein mannig
Schachspiel.
Mmature in der im Jahre 1334 sür den Landgrafen Heinrich von Hessen ausgeführtenAbschrift von Wolframs von Eschenbach epischer Dichtung „Willehalm."
Kassel, Kömgl. Landesbibliothek.
faltigeres, als man sich wohl meist denkt. Die Burgherren beschrankten ^^ch°"^auf tnrnieren und bankettieren, auf Fehden und Abenteuer, ^ ste h
Güter zu beaufsichtigen und waren nicht selten ähnlich tressUche Lan , ) ^Mqer-
Große es einst gewesen. Die gesellige Unterhaltung ging daneben her un z ^ ^
weife. Denn in jener Zeit waren Gasthäuser selten, ja m unsern 1 gnicht vorhanden, etwa wie noch '
heute im Orient außerhalb derteilweise europäisierten Städte.
Am meisten wurden die Klöstervon den Reisenden als Obdachbenutzt; für Reisende höheren Stan-des aber boten die Ritterburgenwohl weit mehr, schon des dortwaltenden angenehmen weiblichenElementes wegen. In frühererZeit mußte der Gast am Burgthoredie Trutz- und in der Burg auchdie Schußwaffen ablegen, dieihm sorgfältig aufbewahrt wurden.
Als die Blutrache aufhörte, fielauch diese Vorsichtsmaßregel weg;der Gast sowohl wie sein Pferderhielten gute und je nach Um-
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Spielende Edelknaben.
Aus der Äbtissin Herrad von Landsperg „Lustgarten",' um 1165—1175.