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Erster Band.
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258
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258 Zweites Buch. VIII, Die deutsche Litteraturblüte des Mittelalters.

des heute noch gesungenen ..menm ssb imopomtum in taberna mori", — wie sie ihre hohen Gönnerauf die überschwenglichste Weise ansingen und auch anbetteln, während sie über den päpstlichenHof und seinen Anhang die Lauge des unerbittlichsten Spottes ausziehen: und zwar im Namendes gläubigsten Christentums, mitten zwischen frommen Liedern und Trauersängen über dasUnglück der Kreuzzüge und den Verlust Jerusalems! Ungeachtet der zahlreichen Anklänge andas klassische Altertum werden die lateinischen Metra sämtlich nicht mehr nach antiker Artgehandhabt; selbst die leoninischen Hexameter verschwinden neben den anf moderne Weise undmit erstaunlicher Gewandtheit gereimten Versen. Die deutschen Gedichte befinden sich noch inder Minderzahl, aber auch sie weisen bereits bedeutende Fortschritte in der Form wie imInhalte aus. Nicht selten sind beide Sprachen vermischt.

Seit den großen Errungenschaften Kaiser Friedrichs I. (S. l OL) gegenüber dem Wälsch-tum erhob sich die deutsche Sprache immer zuversichtlicher und mit immer mehr Erfolgzu einer zweiten Litteraturblüte, welche man, soweit es sich um die Reichhaltigkeit des Vor-

Alcraiider im Kampfe mit Drachen und anderen phantastischen Untieren.

Drei Mmiaturc» in einer Handschrift des „Pfaffen Lamprecht" aus dein dreizehnten Jahrhnndert. Brüssel.

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handelten handelt, als eine ganz hervorragende betrachten muß. Noch nicht in diese Blütezeitgehören die Gedichte der „Pfaffen" Konrad und Lamprecht, welche sich auf Übersetzungenfranzösischer Werke beschränkten. Konrad verherrlichte Karl den Großen und Roland, Lamprechtaber besang den Heldenjüngling Alexander von Makedonien, wobei jener indessen den Fanatismns der ersten Krenzznge, dieser dagegen die während des Verlaufs derselben Platzgreifende Humanität und Toleranz gegen Andersgläubige zum Ausdruck brachte. EineMenge Nachahmer folgten ihnen, darunter talentvollere „Spielleute", welche mit gleicherFreude an Abenteuern, an rascher und bunter Handlung, wie an derben Späßen emsigihre Gedichte schufen. Am höchsten unter ihnen stehen die unbekannten Verfasser des „HerzogRother" und des „Herzog Ernst", nicht nur, weil ihre Sprache würdig und ihre Darstellungsehr gewandt und bilderreich ist, sondern namentlich auch, weil sie dichteten und nicht bloßübersetzten. Die Krenzznge mit ihren wechselnden Szenen, mit ihren kühnen Fahrten nach wenigbekannten Ländern weckten die Phantasie zu nicht nur lebhaften, sondern selbst barocken undbizarren Schöpfungen, zu Erfindungen fabelhafter Völker von absonderlicher Beschaffenheit, zu„Odysseen" von höchst mannigfaltiger und seltsamer Einbildungskraft. Es traten somit mehrere Um-stände, welche ohne die Krenzzügc nicht zu stände gekommen wären, die aber einer dichterischen