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Erster Band.
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Zweites Buch. VIII. Die deutsche Litteraturblüte des Mittelnlters.

vergessen. Nur einer kann ein Dichter genannt werden;der frühere Ritter und spätere Laienbruder Heinrichvon Mölk in der zweiten Hälfte des zwölften Jahr-hunderts. Er richtete die Spitze seiner Satire gegenalle Stände und verschonte selbst seinen eigenen nicht,dessen Laster seiner Sache ja den empfindlichsten Schadenzufügten. Dabei malte er das Elend des Lebens inabschreckendster Weise aus und wirkte besonders mit er-greifenden Hinweisnngen auf den Tvd. Aber alles warnur von geringem Erfolg. Sv wenig wie die Legendenden Romanen, so wenig konnte die VerherrlichungMarias dem Minnegesang den Rang ablaufen, un-geachtet selbst Weltliche, wie z. B. ein geistloser, obschongelehrter Nachfolger Wolframs, Albrecht von Scharfen-berg, die gleiche Richtung pflegten. Interessant ist,daß des letzter» ausführliche Schilderung der Grals-burg zu Bauten ähnlicher Art Anlaß gab. Durch ihreBeschäftigung mit der Poesie wurde die Kirche selbstweltlich, statt den Weltsinn zu unterdrücken.

All dieses zeigte sich auch auf dem lyrischen Gebiete.Dasselbe stellt sich uns im deutschen Mittelalter als einWald von Zwergbänmen dar, aus welchem nur ein einzigermächtiger Wipfel, eher einer Linde als einer Eiche ver-gleichbar, hervorragt, — Walther von der Vogel-weide. Der ritterliche und hochgebildete Sänger, den Herzvg Friedrich von Österreich-Babenberg begünstigte, den Kaiser und Gegenkaiser abwechselnd beschenkten und im Sticheließen, irrte im ganzen Reiche umher, bis er von Friedrich II., dessen ungerechte Bannunger wie kein anderer gegeißelt hat, und an dessen Krenzzng er teil nahm, ein kleines Lehnerhielt. So oft er aber auch, durch Armut gezwungen, in inneren Kämpfen die Fahnewechselte, so ist er doch ein guter Teutscher stets ebensosehr geblieben, loie trotz aller Ver-suchungen ein warmer Kämpe für gute Sitte und ein feuriger Verehrer echter Weiblichkeitund züchtigen FranenlebenS. Er hat endlich, bei aller Frömmigkeit, der „streitenden Kirche" nichtnur nie gehuldigt, sondern rastlos die religiöse Freiheit verfochten. Walthers Lebcnsanschanungsteht im offenen Gegensatze zu der französierenden, bald schwärmerischen, bald frivolen Liebeleiseiner Zeit. Sein Natnrgefühl ist wahr und sein Herz lebensfroh, während die damalige Modenur verknnstelte und erheuchelte Stimmungen liebte und die Natnrwahrheit verachtete. Er warin vielem ein Gesinnungsgenosse Wolframs, und beide schätzten einander hoch. Zu seinem unsterb-lichen Vorteil aber unterschied sich Walther von dem auf französischer Grundlage arbeitendenDichter durch seine nationale Haltung; er stand, gleich den Sängern der Nibelungen und der

Arbeitender Mönch am Schreibepult.

In der rechten Hand die Feder, in der linken dasRadiermesser; als Tintenfaß dient ein durch denRand des Pultes gestecktes Horn. Aus einem Mar-tnrologium von 1138. Stuttgart, kgl. Bibliothek.

hl. Maria vermag es, ihm die Urkunde, in der er sich dem Teufel verschrieben, wieder zu verschaffen, undso ist schließlich sein Ende ein gutes; seine Seele wird von Maria in den Himmel geleitet.

Hur Erläuterung des

Dben (kauporidus ckona ckockit nt Vitamine oorona) anffolgender Seite.

1) Da der Teufel den Theophilus vom Almosengeben zurückhaltenwill, merkt er, wie er betrogen sei.

lino eoxnovit iiuock per eontraiia vovit.

2) Er fleht Maria um Hilfe an.

I'ristig okincke ple repetens altarao Alarme.

3) Wie Theophilus am Altar schläft, bringt ein Engel auf Be-fehl Marias die Unterschrift zurück.

Huiociuv rnarniseriptnin tulit angelurj Uuncnjuo reljotuni.

Bildes auf Seite 267:

-I) Theophilus gesteht dem Bischof alles.

5) Bild des AbteS.

ckiotuij erain Oiinrackus onni taeiebam.

6) Bild des Schreibers.

Ilnno vioe seriptoris ob spom ooelestis ainoris.

I'erfeel lilirnrn. ckivinis lanckidu» aptum.

I'ropioietnr noliis ckonv (in dem Schriftbande, welches der Abtin der linken Hand hält) et pia vir^o Alaria (in dem vom.Schreiber des Manuskriptes gehaltenen Bande).