Äbtissin Herrnd von LandSperg. Baukunst.
und dem Schutze hochgesinnter Kaiser die ersten „monumentalen" Kirchenbauten in Deutsch-land; besonders durch Heinrich II. in Bcimberg, (S. 218), durch Konrad II. in Limburg,durch Heinrich III. in Goslar; namentlich aber baute der kunstsinnige und auf diesem Gebieteseine Regentenfehler sühnende, später so unglückliche Heinrich IV. an vielen Orten. Bischöfeeiferten den Reichshäuptern nach und ließen die letzten Holzkirchen verschwinden, die nur nochin den äußersten Marken länger stehen blieben. Im alten Sachsen, zwischen Elbe und Rhein,diesem von den Römern am wenigsten berührten Lande des damaligen Reiches, welches imOsten ja noch nicht festen Fuß gefaßt, hatte jene Baubewegung am frühesten begonnen, dennrömische Werke störten hier die nationale Entwickelung nicht. Bischof Bern ward vonHildesheim steht mit seinem damals außerhalb der Stadt Hildesheim gelegenen Lieblingsban,der Kirche St. Michael, die seine Grabstätte werden sollte, an der Spitze. Einer seiner eifrigstenNachfolger war der uns durch sein Wechselreiches Leben (S. 220, 224), bekannte Ad albertvon Bremen. Es erstanden die großen Dome von Minden, Paderborn, Soest und andere. DieGrundlage dieser Bautenbildeten allerdings Ele-nrente der antiken Kunst;aber der nordische Geistverband die aus derselbengewonnenen Bilder zuneuen Ideen. Namentlichwar der regelmäßige Wech-sel von Säulen und Pfei-lern charakteristisch fürSachsen. Die früher all-gemein dem Süden nach-geahmten Krypten unterden Kirchen wurden imzwölften Jahrhundert inganz Deutschland auf-gegeben. Ebenso, dochlangsamer, verschwandendie Malereien der Innen-wände aus den Gottes-häusern; die strengen Ci-stercienser des dreizehntenJahrhunderts fanden siestörend für die Andacht derKirchenbesncher. Ein Bei-spiel edler und einfacherBanart jener Zeit bietet das in noch jetzt imposanten Trümmern liegende Kloster Paulin-zellc in Thüringen, welches von der Ritterfrau Paulina im Jahre 1106 für Mönche undNonnen gestiftet und von Mönchen aus dem schwäbischen Hirsau (S. 156) errichtet wurde.Dies waren die Vorposten des die strenge Idee mittelalterlicher Kirchlichkeit so treu ausdrücken-den romanischen Baustiles. Seine höchste Schönheit aber errang er nicht in Sachsen, sondernim Rheinlande, wo einerseits zahlreiche, noch stehende Reste des alten, heidnischen Romund anderseits der rege Verkehr der mächtigen Kirchenfürsten jenes herrlichen Stromgebietsmit dem neuen, christlichen Rom eine bunte Reihe von künstlerischen Ideen zur Geltungbrachten und antike Elemente viel länger Verwendung fanden als im Osten. Hier entstandder „gebundene romanische Stil", der seinen Ausdruck in der „gewölbten Basilika" fand,und dessen frühestes Beispiel auf sächsischem Boden der von Heinrich dem Löwen 1173gegründete Dom zu Braunschweig ist. Das allmähliche Ausreifen dieses Gedankens
zeigen die drei großen romanischen Dome von Worms, Speier und Mainz. Letzterer, die
Deutsche Kulturgeschichte. 18
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Partie aus dem Schiff der St. Mchaelskirche zu Hildesheim.
Flachgedeckte Basilika (Kirche mit niedrigen Seitenschiffen)! romanisch. Bon Bischof Bernwardvon Hildesheim gegründet, lass vollendet, im nächsten Fahre durch Blitzschlag abgebrannt!der Neubau im Jahre 1186 geweiht. Pfeiler, Säulen und Mauern des Schisses sind zum Teildie des alten Baues. Zwischen je zwei viereckigen Pfeilern stehen zwei Säulen. Mehr alsein Jahrhundert vorbildlich für die Bauten im Sachsenland und den benachbarten Gatten.