Band 
Erster Band.
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270 Zweites Buch. t.X. Wissenschaft und Kunst in der Glanzzeit des Kaisertums.

Ürcnzgana der Lislercienserabtei Heiligenkreuz bei Wie».

Die Kirche wurde 1135 gegründet, 1187 geweiht. Der Kreuzgang nnt spihbogigen Nippengewiilben winde vor 1250 im itbergangsstil

mit gotischer ßlesamlkonstruktioil erbaut.

fehlt, so im Münster von Basel und in der Pfarrkirche zu Geinhanscn am buntesten waltete,da erreichte die neue Richtung der Gotik ihre herrlichsten Erfolge. - Aber auch Iveiter nachLsten und Norden wiesen mächtige architektonische Schöpfungen, wie der auf alter Grundlageerbaute Bamberger Dom, der zu Nanmbnrg und andere neue Werke den Weg. In derzweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts hatte die Gotik in ganz Deutschland den Sieg er-rungen, nicht in ihrem französischen Gewände, sondern in eigenartigen, je nach den Landesteilengestalteten Formen.

Auf dem Gebiete der Bildn er ei (Plastik) hatte das frühere Mittelalter vorzugsweisedie Elfenbeinschnitzerei, namentlich in den Dipthchen, von denen wir (S. 148) einhervorragendes Beispiel erwähnten, gepflegt, und zwar unter dem Einflüsse der Antike und imDienste der Kirche. Mit der geschilderten selbständigen Entwickelung der Baukunst trat nunauch eine freiere, vor den Augen der Welt sich zeigende und keinen fremden Mustern nach-geahmte Bildhauerei seit dem Beginn des elften Jahrhunderts mit in größerem Maßstabe aus-geführten Werken ins Leben. Auch diese Kunstrichtung begann in Sachsen, in den Städtenam Harz. Ihre Form war der Erzgnß, ihre ersten namhaften Werke sah Hildcsheim unterdem alles Schöne fördernden Bischof Bernward (S. 220) entstehen, nämlich die ehernenPortale des Toms mit Szenen aus der heiligen Geschichte (1015) und die Christus- oderBernwardssäule, welche im Jahre 1022 errichtet und, was die äußere Form, nicht aber dienoch rohen Relieffignrcn aus dem Leben Jesu betrifft, der Siegessäule des Kaisers Trajanin Rom nachgebildet ist. Den Domthnren (unter anderen namentlich in Augsburg) folgtendie Grabplatten (S. 250) in Bronze und Stein mit Bildnissen der Bestatteten) immer nochsteife, ungeschickte Nachahmungen byzantinischer Vorbilder. Doch wanderten sächsische Arbeitendieser Art bereits nach Frankreich, England, Polen, Rußland und sogar nach Italien. Dasgroße Relief der Kreuzabnahme an der Felsenkapelle der Extern sie ine bei Horn (von1115) ist das älteste größere plastische Denkmal Westfalens. Im Nhcinlande tritt die Skulpturweit hinter der Baukunst zurück) in Lüttich dagegen ist in dem bronzenen Taufbecken der