Bild » erei. Malerei.
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Bartholomäuskirche ein ganz vortreffliches Werk edelster romanischer Bildnerei aus dem An-fange des zwölften Jahrhunderts erhalten. Am Münster in Zürich nnd am Dome zu Baselsind die Tier- nnd Menschenbilder der Krenzgänge merkwürdig.
Seit dem dreizehnten Jahrhundert hebt eine schöne Vervollkommnung der Bildwerke an,zugleich treten weltliche Meister unter die bis dahin beinahe ausschließlich geistlichen Bild-künstler. Die Kirchen füllten sich mit Standbildern; reiche Portalanlagen wurden mit denStatuen von Propheten, Evangelisten, Kirchenstiftern geschmückt. Sie wurden jetzt nur noch inStein gemeißelt, und wie im Altertum bemalt, so daß die Kunst der Plastik und der Malereisich vielfach miteinander verbanden. Beliebt wurden namentlich Reliefgestalten Christi und derApostel an den eingebauten Wänden zur Abteilung des Chors, die Darstellung des Kreuzes-todes über dem Altar, die des Jüngsten Gerichtes und der klugen und thörichten Jungfrauenim Halbrund über der Thür. Die Verwendung der Metalle wurde auf die Kirchengeräte be-schränkt. Auch die Gießkunst hatte einen Hauptsitz in Hildesheim, wo das Taufbecken im Domennd die Chorschranken der Michaeliskirche von ihr zeugen. Die Apostelfiguren der Lieb-franenkirche zu Halberstadt tragen einen imponierenden, energischen Charakter. Andere Werkevon noch schönerer Vollendung sind: die Kreuzesgruppe der Kirche zu Wechselburg (bei Chem-nitz), die Skulpturen der „Goldenen Pforte" am Dome zu Freiberg, das Grabmal Heinrichsdes Löwen nnd seiner Gattin zu Braunschweig, die an den Chorsäulen stehenden Fursten-gestalten im Dome zu Nanmburg, der auch einen Christuskopf von ergreifender Schönheitbewahrt. Noch unvollkommen, aber ein ernstes Streben in der Darstellung des Natürlichenverratend sind die Standbilder Adams und Evas im Bamberger Dome, in dem sich auch diezu den vornehmsten Werken deutscher Kunst zu rechnenden idealen Statuen Kaiser Heinrichs II.und seiner Gemahlin Knnigunde iS- 166 f.) befinden. Diese Kunstwerke gehören znm Teiljedoch schon einer spätern Zeit an.
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Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner Gemahlin Mathilde im Dom zu Braunschweig.Sandstein; 13 . Jahrhundert; edelster frühgotischer Stil.
Der Kunst der Malerei gedachten wir schon bei Erwähnung der Arbeiten des KlostersSt. Gallen (S. 147) nnd unser Buch zeigt viele Beispiele von ihr. Die in zahlreichenEvangelien-, Psalmen-, Legenden- und anderen Büchern so wunderbar wohlerhaltenen Minia-turen gestalteten sich je nach dem Geiste der Zeit; die Blüte der Klöster und später die derBistümer, die Reliquien- und die Marienverehrnng finden in ihnen ihren Ausdruck. Um dieMitte des elften Jahrhunderts aber geriet diese liebenswürdige Kunstrichtung in tiefen Ver-fall; sie verlor die Originalität und die Naturwahrheit, wurde manieriert nnd verknustelt.Hundert Jahre später jedoch nahm sie einen neuen Aufschwung, von dem wir in dem „Lust-garten" der Äbtisin Herrad von Landsperg (S. 272) bereits ein Beispiel kennen lernten,welches neben Überlieferungen älterer Zeit eine neu erwachende selbständigere Auffassung derNatur in Blumen- und Tierfiguren verrät. Diese Richtung nährten die damals aufkommendenRitterromane und die Erzeugnisse der deutschen Dichtung des zlvölften nnd dreizehnten Jahr-