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Erster Band.
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Glasmalerei. Tonkunst.

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bürg besaß schon damals Glasgemälde, welche die Propheten in der jüdischen Tracht jenerZeit darstellen; es sind die ältesten der Welt.

Weniger wissen wir vom ersten Auftreten künstlerischer Weberei und Stickerei,Fertigkeiten, die damals fleißig geübt wurden und den Kirchen und Burgen Teppiche mitbildlichen Darstellungen (S. 234), der Geistlichkeit den kostbar verzierten Ornat lieferten.Unter den erhaltenen Stücken der frühesten Zeit ist der von Gisela, Schwester Heinrichs 14.und Gattin Stephans des Heiligen von Ungarn, in Seide gestickte ungarische Krönungsmantel,dessen ganze Flache mit kirchlichen Allegorien in Goldstickerei bedeckt ist, das merkwürdigste.

Denselben vorwiegend kirchlichen Charakter trug auch die To nkunst. Der Orgelbau unddas Orgelspiel blühten schon seit der Mitte des nennten Jahrhunderts in Deutschland. Danebenwurden auch die Harfe, das Organistrnm (eine Art großer Guitarre), die Nota (Vorgängerinder Geige), das Psalterium (der Leier ähnlich) und andere Instrumente gespielt. Als Noten-schrift gebrauchte man noch die Neumen, eine Art stenographischer Zeichen (z. B.

Z- . . .), die bis zum vierzehnten Jahrhundert in mannigfachen Wandlungen fortlebtenund von einer bis auf fünf verschiedenfarbige Linien emporstiegen. Während im eigent-lichen Frankenreiche die Gesangschule von Metz den ersten Rang eingenommen und den Namender Stadt auf den „Mettengesang" übertragen hatte, nahm östlich vom Rhein die Kloster-schule von Fulda unter Hrabanus Manrus jene Stelle in Anspruch, wurde aber vonSt. Gallen (S. 149) unter Tutilo und Notker Balbnlus bald überholt. NotkersSequenzen übten einen großen Einfluß auf die musikalische Entwickelung Deutschlands, Frank-reichs und Italiens aus. König Robert von Frankreich und Thomas von Celano, der Ver-fasser des „Dies irao" (um 1255), Bernhard von Clairvaux und Thomas von Aquino stehenals Tondichter auf Notkers Schultern. Im elften Jahrhundert wurde der schon um das Jahr909 durch den flandrischen Mönch Hukbald mitbegründete mehrstimmige Gesang und auchdie Anwendung des Reims über das Abendland verbreitet. Diese Fortschritte wurden durchdie bedeutenden musikalischen Reformen des Benediktiners Guido von Arezzo (um 995—1U50)unterstützt und weitergeführt; von seinen Schülern rührt die heutige Tonleiter her. Zur Be-gründung der viereckigen Notenschrift, an Stelle der Neumen trug besonders Franko vonKöln (um 1170—1230), der Erfinder der Mensuralmnsik, bei.

In der Zeit der Kreuzzüge und des Rittertums begann sich von der Knnstmusik dieVolksmusik, und von der Kirchenmusik die weltliche der Höfe und des Adels loszulösen.Volkslieder gab es schon in älterer Zeit; eine besondere Pflege erhielten sie jedoch erst inder Zeit der vagierenden Sänger (S. 257).

Als Beispiel eines alten Volksliedes geben wir folgendes, in einer Tegernsee - Mün-chener Handschrift, am Schluß eines lateinischen Briefes, aus dem zwölften Jahrhundertenthaltene Verslein:

Du bist Mio, ieb bin diu,des soll du Zewis sm.du bist bsslorusuin miusm bsrüvu :verlorn ist dun slünnslln:du musst immer driims sio.

Die weltliche Musik der höheren Stände aber wurde ganz besonders durch die höfischenDichter befördert, die gleich den Troubadours und Trouvores des Westens meist auch Sängerwaren. Die Melodien der Minnesinger unterschieden sich nach der Abzweigung ihrer Dich-tungen in Lieder, Leiche (Tanz- oder Chorgesang-Weise) und Sprüche. Die deutschen Minne-singer standen dem Fühlen des Volkes weit näher als die französischen, und waren auch viel-seitiger als diese; sie zogen nicht nur die Liebe, sondern auch die Natur, sowie die sittlichen,religiösen und politischen Interessen ihres Landes in den Kreis ihrer Dichtung. Der letztenamhafte Minnesinger, Heinrich von Meißen (1260—1318), erhielt den Ehrennamen Franen-tob und wurde nach der Sage von den Mainzer Frauen zu Grabe getragen.