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Erster Band.
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Der geistliche Ornat.

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allgemein ward. Auf der Schulter lag ein kurzes, knappes Mäntelcheu, oder auch der ersteAnfang der Schande der spätern Zeit, während auf dem Kopfe entweder eine mit langenQuasten versehene Beutelmütze (Fig. 35) oder eine kleine runde Kappe, oder endlich das imfolgenden Jahrhundert so beliebte kleine Barett (Fig. 36) gefunden ward. Die Schuhe verlorenin dem letzten Viertel des Jahrhunderts ihre langen Spitzen, wurden immer kürzer und gingendann in den ganz stumpfen Entenschnabel und das Kuhmanl über. Die Stoffe, aus denendie Kleider gefertigt wurden, waren überaus reiche, schwere, gold- und silberdurchwirkte Damaste,Samte und einfarbige Tuch- und Wollenstoffe. Sehr groß war die Menge des als Ringe,Halsketten u. s. w. getragenen Schmuckes.

Wenden wir uns jetzt von dem weltlichen Kostüme zu der auf der Tafel „Entwickelungdes geistlichen Ornats im Mittelalter" dargestellten Tracht des Klerus.

Der bischöfliche Ornat, als der vollständigste dergeistlichen Tracht*) bestand der Ordnung nach,in welcher die Kleider angelegt wurden, aus folgendenStücken: 1. Die Strümpfe, 2. die Schuhe, 3. dasSchultertuch, 4. die Alba, 5. der Gürtel, 6. die Stola,

7. die Tunicella, 8. die Dalmatica, 9. die Casnla,

10. die Handschuhe, 1l. die Jnful, 12. die Mappula,

13. das Pektorale, 14. das Pallinm, 15. der Ring,

16. der Bischofstab mit dem Sudarinm. Es warschon seit dem dritten Jahrhundert Vorschrift, daßkein Stück der Profangewändcr bei den gottesdienst-lichen Handlungen der Priester getragen werden durfte.

Es mußten daher auch Schuhe und Strümpfe ge-wechselt werden. Die Strümpfe waren ursprünglichgewiß nur Wadenstrümpfe, wie sie ältere Leute schonin Rom trugen. Erst später wurden sie mit Füß-lingen und noch später mit gestickter Ornamentiernngversehen. Wie der ganze Kirchenornat wesentlich zu-rückzuführen ist auf die vornehme spätrömische Tracht,mit welcher sich Reminiszenzeu au das mosaischePriestertum verbanden, so war der Schuh nur eineAusbildung des römischen oaleons Mtrioius. Figur 3der Tafel zeigt denselben, Figur 4 aber die Form,welche das zehnte Jahrhundert aus ihm gemachthat; die breiten Kreuzriemen waren zum Ornamentgeworden. Allerlei spitzfindige Deutungen veranlaßten,daß der Pontifikatschnh auf die Lrsxiäa zurückgeführtwurde, wodurch das obstraxulum, eine Mittellinie bis zu den Zehen, markiert wurde. Demnachbekam der Schuh eine Ornamentiernng, wie sie Figur 1 7 zeigt. Der OrsMa, analog mündete

*) Erklärung der Tafel: 1. Erzbischof. Zehntes Jahrh. — 2. Bischof Egbert von Trier. ZehntesJahrh. — 3. Ealosua Mtrmüw. — 4. Bischofsschuh. Zehntes Jahrh. — 5. Kanonikus in der Dalmaticaminor ('I unieslla). — 6. Erzbischof. Zwölftes Jahrh, Nortus äolioiarmn. — 7- Bischof mit Pektorale;Quedlinburg. Zwölftes Jahrh. — 8. Bischof in der Alba mit Cingulum und Stola. — 9. Erzbischof.Elftes Jahrh. — 10. Bischof mit Pektorale und dem Krummstab von Klosterneuburg. Zwölftes Jahrh. —

11. Mitra mit den Fanones vom Rücken. — 12. Priester in der Cappa. — 13. 14. 15. Umgestaltung desaneuliw der Cappa. — 16. Diakonus in reicher Dalmatica. Dreizehntes Jahrh. — 17. Bischof in großemQrnate mit der mitra cko aurilrzAio in oiroulo st in titnlv. Vierzehntes Jahrh. — 18. Bischof mit demKrakauer Pektorale und dem Sudarium am Stäbe. — 19. Abt mit dem Almucium. Fünfzehntes Jahrh.—20. Subdiakonus in der Tunicella. 21. Biret. Zwölftes Jahrh. — 22. Biret. Vierzehntes Jahrh. —23. Priester im Talar mit dem Superpelliceum. — 24. Benediktiner. Zehntes Jahrh. — 2b. Benediktiner.Zwölftes Jahrh. — 26. Cistercienser. Fünfzehntes Jahrh. — 27. Äbtissin. Dreizehntes Jahrh. — 28. Äbtissin.Vierzehntes Jahrh. — 29. )Iitra <lo aurilrvM in titnio. Vierzehntes Jahrhundert.

Bischöflicher Ornat.

Malerei aus dem Anfange des dreizehnten Jahrhundertsim Tome zu Worms. (Nach v. Hefner-Alteueck.)