Die Rüstung des 15. und 16. Jahrhunderts.
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eine schräge Fläche fallen mußte. DasBrüstel lag auf der festen Halsberge, dieFlüge hatten Brachländer, die übrigens auchschon bei den glatten gotischen Rüstungensich finden. Ein vollständiger Maximilians-harnisch besteht aus l 60 bis 180 Teilen.
Alle älteren Harnische dieser Art sinddeutsche, Augsburger, Nürnberger, öster-reichische Arbeiten. Während die ersten um1500 entstanden, verschwanden sie schonin der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts,weil die von der Riefelung vorausgesetzteWiderstandsfähigkeit gegen die Geschosseder Handfeuerwaffen nicht zutraf. Die aufS. 297 abgebildete Rüstung ist ganz ausblankem Eisen. Der Helm ist aus dreiStücken zusammengesetzt: eins für denHinterkopf mit Genickreifen, das ein Gesichtnachbildende Visier, welches nach oben auf-zuschlagen ist, und der Kinnschntz. Anden Helm schließt der Kragen, dreimalgeschoben, an. Die Achselstücke sind drei-mal geschoben und mit hohen Brechrändern,sowie mit nach vorn und hinten übergrei-fenden Platten, den „Vorder- und Hinter-flügen" versehen. Der rechte derselben istkleiner, um die Lanze bequemer in denRüsthaken legen zu können. Die ganzgeschlossenen, auch die Armbeugen decken-den Ellenbogenkacheln sind nur durch Leder-streifen mit Ober- und Unterarmzeng ver-bunden. Unten schließen sich der Brustdrei Leibreifen an und diesen die „Bein-taschen"; zwischen diesen Kettengeflecht.
Das Rückenstück des Harnischs ist über dieSchultern mit eisernen Tragbändern undum den Leib durch einen Riemen mit derBrust verbunden. Die Kniebuckeln habenan der Außenseite Muscheln zum Schutzeder Kniekehlen. Die Beinröhren sind ohneRiefelung, die beiden stumpfen Schuhe aber(„Bärentatzen" oder „Knhmäuler") sindgeriefelt und neunmal geschoben. Die ganzeRüstung wiegt ca. 41^ Pfund. - - Diehöchste Vervollkommnung erfuhr der Helmmit seinem dreiteiligen Gesichtsschntze, Stirn-stulp, Kinnreff und zwischen ihnen das Visier mit dem Angenschutzc; er saß auf dem Wulsteines Kehlstückes mit einer Nut drehbar aus dem Kragen. Die Teile des Gesichtsschutzes drehensich um die Helmrose. Der Helm, den man in Deutschland Burgunderhelm nennt (auch Armet-helm), hatte einen Kamm, an dem hinten die Federhülse befestigt war. Der Handschuh saß ander Unterarmröhre fest; drehbar angebracht und häufig mit einem Stülp versehen, war er sehrsein gegliedert, aber stets mit breiter, zusammenhängender Fingerdecke (Fig. 47) geschützt. Doch
Ein sogen. „Mailänder" Harnisch.
K. k. Artillerie-Arsenal-Museum zu Wien.