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Erster Band.
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Zünfte. Köln.

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Die alte „agrippinische Kolonie" der Ubier am niedern Rhein, dieser Typus des deut-schen Städtetums, war im Mittelalter auch in politischer Beziehung das deutsche Rom.Ihre Mauern sind überall vom Geäder der römischen Kultur durchzogen; ihre Luft ist vomHauche der einstigen Weltbeherrscherin durchweht, deren Bürger und Krieger über ein halbesJahrtausend dort und am linken Rheinufer gewohnt haben. Köln, wie Mainz und Trier,wetteiferten im Knnstgewerbe, dieser Grundlage alles Luxus, mit Italien und begründetendarin sogar eine selbständige Geschmacksrichtung. Zwar litt Köln, und nicht minder seineSchwesterstädte, gleicherweise unter der Entartung des römischen Reiches, wie unter den Ein-brüchen der „Barbaren" in dasselbe; zwar erfuhr es zweimal, durch Franken im fünften

Arbeiter beim Turmbau.

Miniature i» einer „Wettchro»i!"-Hmidschrist des II. Jahrhunderts. Kassel, Kgl. Landesbibliothek.

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und durch Normannen im neunten Jahrhundert, eine vollkommene Zerstörung; aber es istnichts davon bekannt, daß Köln dabei die römischen Elemente seiner Bevölkerung verloren hätteoder daß seine alten Geschlechter, die adligen Patrizier sowohl wie die großen Kaufleute, die„Richerzechheit" (Bereinigung der Reichen), irgendwoher eingewandert wären. Großartig warder Aufschwung Kölns unter seinen Erzbischöfen; aber schon seit dem elften Jahrhundert entrißdie Bürgerschaft in wilden Aufständen und ungeachtet mehrmaliger blutiger Unterdrückung der-selben, die Stadt der geistlichen Herrschaft. Der Streit wurde schließlich im Jahre 1288 in derSchlacht bei Worringen zwischen den teeren des Kirchenfürsten und der Bürger und ihrer beider-seitigen Bundesgenossen — Geldern dort, Brabant und Berg hier — der Hauptsache nach ent-schieden. Die fünfzehn ältesten Geschlechter, deren berühmtestes die Overstolzen waren, bildetenden erblichen „engen Rat", der „über Leib und Leben, über Gut und Freiheit, über Krieg undFrieden" schaltete. Die ebenfalls aus jenen Geschlechtern genommenen Schöffen blieben nach der

Deutsche Kulturgeschichte. '-1