Band 
Erster Band.
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Hirschjagd im 15. Jahrhundert.

Faksimile des KvpiersticheS vom söge». „Meister von 14Ü0."

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UM

Dritter Abschnitt.

Volksleben in ^»tadt und Land.

^ I lit der heldenmütigen Erhebung der Bauern, welche die Landschaften um die Alpenseen^ ^ bewohnten, und mit den ebenso tapferen, aber weniger lang andauernden Freiheitskämpfen

ihrer nördlichen Brüder, der Ditmarschen, befand sich die sonstige Lage ihrer Standesgenossenbeinahe im ganzen Deutschen Reiche in scharfem Gegensatz. Noch im zwölften und dreizehntenJahrhundert hatte sich dieselbe günstig genug gestaltet; die Grnndherren waren durch Aufwand,Kriege und Fehden vielfach verarmt, die Hörigen durch Niederlassung in den Städten und Aus-wanderung nach den Slawenländern fast verschwunden, so daß die Herren gezwungen waren, dieauf ihren Gütern verbleibenden Bauern besser zu behandeln. Durch ihr Anwachsen aber und dieTeilungen des Grundbesitzes bildete sich ein ländliches Proletariat, welches infolge der Zunahmeund Erstarkung des Herrenstandes immer tiefer herunterkam und an Menge wuchs. So wurdenallmählich die Verhältnisse der Bauern schlechter und die Herren gewannen wieder mehr Machtüber sie. Das Recht auf Jagd und Fischfang nahmen die Herren nun für sich allein inAnspruch. Schon seit dem Ende des zwölften Jahrhunderts war das Jagdrecht mit den übrigenKönigsrechten an die Fürsten übergegangen. Diese und die Grafen, welche eine Art vonLandeshoheit besaßen, behielten sich die hohe Jagd auf Hirsche, Rehe , Wildschweine, Reiher,Kraniche, Schwäne n. s. w. selbst vor und verliehen die niedere Jagd, auf Hasen, Füchse,Biber, Fischottern und gewöhnlichere Bögel, an den niedern Adel, an Klöster und Städte. Nurschädliches Getier, wie Bären und Wölfe, durften von jedermann erlegt werden. Viele Grafen,wie z. B. im Jahre 1338 die von Öttingen, ließen sich das ausschließliche Jagdrecht vonSchöffen, die ihre Dienstmänner waren, zusprechen. Unberechtigte Jagd wurde somit eines dergrößten Verbrechen. Wilddiebe wurden verurteilt Hirschgeweihe um den Hals zu tragen; in