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Erster Band.
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Feste und Gebräuche des Volkes.

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Auch andere gemeindliche Vereine, wie die Gerichts-, Ding- und Hubegenossenschaften,hatten neben ihren ernsten Obliegenheiten ihre fröhlichen Tage; so hielten sie jährlich amHubctage den Hubims (^ imbiß), dessen Anordnungen in Bezug auf Essen und Trinken mitdeutscher Gründlichkeit getroffen wurden.

Um endlich auch die heitere und gemütvolle Seite des Lebens der Bauern kennen zulernen, müssen wir das reiche Buch der noch heute üblichen, an den Jahreslauf anknüpfen-den Gebräuche, die durch ihren Zusammenhang mit dem germanischen Heidentum ihr hohesAlter kundgeben, aufschlagen. Das Christentum würde ohne Anlehnung an diese geheiligtenGewohnheiten niemals die Verbreitung gewonnen haben, welche es thatsächlich gefunden hat.Es bewies sich zum Zwecke des Erfolges tolerant und lieh die Namen seiner Heiligen denErinnerungen an die alten Götter, die hierdurch ins Christliche übertragen wurden.

Die erste Vorahnung des Frühlings, mit welcher der ländliche Festkalender hier

billigerweise beginnt, fällt in die Tage des Februar, so wenig auch in unserm Klima dieselben

dazu zn berechtigen scheinen. Es sind die tollen Tage der Fastnacht (Nacht vor den Fasten)oder Fäsn acht (das heißt Schwärmnacht, verwandt mit Faseln), welche mit der Erinnerungan die altgermanischen Feste der Erdgöttin (S. 36) auch die an die römischen Satnrnalien

und Luperkalien verbinden. Der Drache oder Lindwurm, der die Nacht und daher auch den

Winter bedeutet, wurde in feierlichem Umzug herumgeführt und schließlich erschlagen, damiter die Menschen nicht länger mit Kälte heimsuche. Weiter verbreitet war das Herumfahreneines von Leuten in den buntesten Verkleidungen fröhlich bevölkerten Schiffes auf einemWagen (Schiffswagen, 6ar naval, daher Karneval, wenn nicht anders von Oarne vats,das heißt: Fleisch, lebe Wohl! abzuleiten). An die Stelle des Schiffes trat oft, namentlichin Steiermark und Krain, ein Pflug, welcher die Hoffnung auf den bald beginnendenAnbau des Landes ausdrückte. Frauen und Mädchen zogen ihn, bisweilen durch einenBach, wobei alte Jungfern verspottet, junge Mädchen geneckt und gehascht wurden. Die aus-

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st.«

Zwei Blätter eines höfischen Kartenspieles deS 15. Jahrhunderts. (Wien.)

Hundesührender Jäger; ein Blatt von den „Zweiern". Der Falkner; ein Blatt von den „Fünfern".

Der Jäger ist mit Saufpieß und Jagdhorn ausgerüstet. Die Kopfbedeckung ist die Kugel mit Schulterkragen, darüber eine rundeansgekrempte Mütze. Wappen von Frankreich. — Der Falkner trägt auf der mit ledernem Fäustling bekleideten Hand zwei bekappteFalken an weißen Riemen. Durch den Rock gesteckt ein Weidmesser. An der Hüfte hängt das Luder (Federspiel zum Zurücklocken

des Falken). Wappen von Böhmen.