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Erster Band.
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Drittes Buch. III. Volksleben in Stadt und Land.

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gemeinsamen Mahlzeit ausgeschlossen, sie blieben nnter der Aussicht ihrer Hofmeister in derKinderstube und wurden nur auf Verlangen nach Tisch hereingebracht und den Gästen gezeigt.Den Hergang des Mahles überwachte mit seinem Stäbe der Truchseß, welcher dem Grafen,wie dem Abte, so wenig fehlte, wie dem Kaiser. Bei Festen erklangen Pauken und Trompeten,während die Edelknaben aufwarteten und das Geflügel zerschnitten, welches unzerlegt und, wienamentlich die damals beliebten Pfauen, mit seinem Gefieder geschmückt auf die Tafel kam. In denhöchsten Kreisen und in weiten Räumen wurden die Speisen und Getränke sogar von Dienern zu

Pferde zur Tafel gebracht. Als dieGalanterie in der Blüte stand, be-dienten Mädchen die Herren undEdelknaben die Frauen. Musik,Sänger, Gaukler und Tänzerinnenerhöhten durch ihre Vortrüge undProduktionen die heitere Stimmungder Tafelnden, die sich mit Geschichtenvon Krieg, Turnieren, Minne undJagd unterhielten und oft auch fröh-liche Lieder sangen.

Verschieden von diesen ritter-lichen Gewohnheiten bei Tische, aberdoch üppig genug, mögen die derStadtjunker oder reichen Kaufleutegewesen sein, während die Sittender geringeren Bürger Wohl mehr,doch in weniger roher Weise, andie der Bauern erinnerten. DenArmen kamen häufig die Reste derritterlichen Tafeln zu statten, stetsaber die der klösterlichen, welcheihnen, oft jedoch zusammengeworfenin einem Kübel, an der Klosterpforteübergeben wurden; bis in unser Jahr-hundert hinein hat sich, nach Augen-zeugen, dieser Branch erhalten. DenBauern war in einzelnen Landes-tcileu der Genuß von Wildbret undFischen verboten, wohl damit sie denhohen Herren die Jagd und Fischereinicht stören sollten. Reiche Bauernkehrten sich jedoch nicht mehr daran,den bisher geschilderten Lebensgewohnheitcn war die Zeit auchSeit dem zwölften Jahrhundert war die Sitte

Niederdeutsche Tracht in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.Faksimile des Kupferstiches von Israel van Meckenem (s 1503).

So verschieden wie inin anderen Zügen ihrer äußern Erscheinung,vorherrschend, den Bart ganz zu rasieren, welchem widernatürlichen Beginnen sich jedoch nichtalle Stände fügten. Der große Kaiser Rotbart war nicht der einzige, der den schönsten undwürdigsten Mannesschmnck beibehielt. Die Bartlosigkeit paßte übrigens vollkommen zu der langen.Kleidertracht und der empfindsamen Dichtung jener Zeit. Dieser Stimmung gemäß schmückten sichStutzer, ehe die Kopfbedeckungen aufkamen, auch mit Blumenkränzen (S. 350). Ein Stirnbandoder Kranz, sowohl von Männern als Frauen auf dem Kopfe getragen, hieß Schapel (olm,,san).Locken wurden gern künstlich gebildet und Zopfe häufig getragen. Eine Absonderlichkeit wardabei, daß vereinzelt auch Männer schon im zwölften bis vierzehnten Jahrhundert Zöpfetrugen und sogar dem Helm eine Zopfscheide anfügten oder den Bart gleich den alten Assyrernin Zöpfe flochten und die Spitzen des Schnurrbartes hinter dem Kopfe zusammenbanden.