Essen und Trinke».
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in dm niederen Stünden Bier, in den höheren an Feinheit und Güte unterschiedlicher Wein.An Süddentschland war der Weingenuß vorherrschend, auch Baiern war ein Weinland, freilichberüchtigt durch die Säure seines Getränkes; im Norden überwog der Biergenuß. Die Vornehmentranken nicht nur einheimische, sondern auch französische, italienische, spanische, seit den Kreuz-zügen auch griechische Weine, namentlich kyprische.
Wie die damaligen Dichter mit Begeisterung von Banketten sangen, so verzeichneten auchdie Chronisten die guten und schlechten Weinjahre. Gewürzten Wein liebte man im allgemeinenmehr als reinen, so namentlich den Claret, zu deutsch iütsrtrane; denn der reine Wein wurdenicht so gut bereitet wie in neuerer Zeit, er wurde überdies ebenso oft verfälscht und vergiftetwie heutzutage und erforderte daher eine Versüßung. Eine mehr für Kranke berechneteMischung dieser Art hieß Hippokras (nach dem griechischen Arzte Hippokrates).
Während der Wcingennß in den Kreisen des Adels stieg, vermehrten sich in den Städten
Bankett Leim Erzbischof Balduin von Trier.
Der Erzbischof im roten Käppchen an reich besetzter Tafel in Gesellschaft vornehmer Herren und Damen; letztere tragen Busen undHals durch hartgesteifte Kragen verhüllt, die Männer aber den Hals offen. Wie sich aus der reitenden Bedienung ergiebt, findet dasFestmahl im Freien statt, oder ist die Küche wenigstens im Freien aufgeschlagen und der Festsaal ein offener, so daß das Volk den:anziehenden Vorgang zuschauen konnte. Vorn reitet der durch seinen langen Stab kenntliche Truchseß; andere tragen große Schüsselnund Kannen zur Festtafel, vor der ein Beamter, vielleicht der Küchenmeister, dessen Amt ein hochangesehenes, von adeligen Personenverwaltetes war, Ordnung hält. Miniature im Kodex Balduini Trevirensis; erste Hälfte des 14. Jahrh. Kgl. Prov.-Arch. zu Koblenz.
(Nach Inner, Romf. Heinr. VII.)
die Bierbrauereien, wenngleich die Klöster und die Bauern mit den Städtern im Braugewerbewetteiferten. Wurde in einem der „brauberechtigten" Häuser „ein Bier aufgethan", so rittder Brauer in eigener Person durch die Straßen und verkündete laut die willkommene Nachricht.Man erzählt, daß König Rudolf von Habsbnrg vom Erfurter Biere so begeistert war, daßer, den Krug in der Hand, auf die Straße hinausrief, wie herrlich es ihm mundete.
Eine Mittelstellung zwischen Wein und Bier nahm der Met oder Honigtrank ein; früherwar er selbst dem Weine vorgezogen worden, später aber wurde er mit der Zeit immer seltener.Weniger edel und mehr von den Bauern geschätzt Ivar der Obstwein, in Schwaben Most genannt.
Der Wirt oder Hansvater saß beim Mahle an der Tafel obenan; wenn er ein Fürstwar, oft an einem besondern erhöhten Tische, seine Gattin ihm znr Seite. Ein Platz in seinerNähe war ein Ehrenplatz. In der vornehmen Welt speisten oft, nach älterer Sitte sogar stets,die Männer und die Frauen voneinander getrennt; Kinder waren von der Teilnahme an der