Band 
Erster Band.
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Drittes Buch. III. Volksleben in Stadt und Land.

das Glas erst unis Jahr 1400 mit den undurchsichtigen „Butzenscheiben", von welchen mandann zn den bleigefaßten Rantenscheiben überging: anfangs wieder nur in den besseren Räumender ansehnlichen Häuser und nur nach und nach in den geringeren. Erst in der Mitte desfünfzehnten Jahrhunderts war halb Wien mit Glasfenstern versehen; kleinere Städte natürlichnoch viel später. In Prunkgemächern liebte man Fenster mit bunten Glasmalereien, welchedem Raum eine kirchenähnliche Stimmung verliehen.

Das Äußere der vornehmeren städtischen Häuser war vielfach von anziehender architek-tonischer Wirkung; Meißclarbeiten, oft schöne Werke der Bildnerknnst, schmückten die malerischenErker, hoch ragten die verzierten, nach der Straße gewendeten Giebel, und die Wände ganzerHäuserreihen waren bedeckt von Wandmalereien mit Darstellungen aus der Bibel, der Mytho-logie, der Geschichte und der Dichtung, mit Schildereicn aus dem Leben, aus Turnieren undSchlachten, auch ergreifende Mahnungen an den Tod (man erinnere sich an die Totentänze)und kräftige Sinnsprüche fehlten darunter nicht. Den Markt und die Plätze zierten Brunnen,die fließendes Wasser spendeten und oft Bildhancrarbeiten von großer Schönheit waren; meistkrönte ihre Spitze ein Standbild, welches in strahlender Vergoldung herabsah auf das bunt-bewegte Treiben des Marktes und der Gassen, das in den lebhaften Farben der herrschendenTracht ein nngemein prächtiges Bild damaligen Stadtlcbens abgab.

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Die KarLenspieler; 15. Jahrhundert.

Faksimile des Kupferstiches von Israel van Meckencm (aus Bocholl in Westfalen, P 15 , 03 ).