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Drittes Buch. IV. Kriegswesen und Rechtspflege.
Landsknechte, mit „Zweihänder" und Dolch bewaffnet.
Faksimile eines Holzschnittes in Hans BurgkmairS <1472 — 1581) Triumphzug Maximilians 1 .1 1518'
15lg entstanden.
MM
Um die nicht mehr zuverlässigen Vassallenheere zn ersetzen, schrieb der Reichstag seitdem Jahre 1422 einen „gemeinsamen Pfennig" znr Beschaffung eines Reichssöldnerheeres gegen
die Husiten aus; es sollte in Ab-teilungen von zehn, hundert Mannu. s. w. geordnet sein, kam indesnoch nicht zu stände, und 1431ergriff das letzte Lehensheer vonIttlllMO Mann.bei Taus vor denHusiten schmählich die Flucht.
In der Mitte des fünfzehntenJahrhunderts wurden in Frankreichdie ersten stehenden Truppen derchristlichen Völkergrnppe (die türki-schen Janitscharen waren voraus-gegangen) gebildet. Deutschland folgtedarin bei Anlaß des Krieges, denMaximilian I. gegen Ungarn führte,nach. Es waren die ersten Lanz -oder Landsknechte. Sie trugendie seit kurzem au die Stelle derfrüheren Ringel-und Schuppenpanzergetretenen Plattenharnische undführten Helmbarteu, Schwerter,Armbrüste und Handfeuerwaffen.Helme von hübscherer, abgerundeterund geschweifter Gestalt verdrängtennun die häßlichen Topfe, in denen sichdie Zeit der Kreuzzüge gefallen hatte.
Seit den Husiteukriegeu hattedas Pulvergeschütz erhöhte Bedeu-
LciiidSkuechtsharnisch. Wien, k. k. Artillerie ^-Arsenal Mus.Nürnberger Arbeit, 1500—1525. Auf der Brust sind zwei Landsknechte in Pluder-hosen eingeätzt. Der aus der Brustplatte stark hervorspringende Grat bildete sichspäter zu dem sogen. Gänsebauch aus. Das Armzeug besteht aus zwei Teilen:das des Unterarms, welches durch bewegliche große Ellenbogenkacheln mit dem desOberarms verbunden ist; dieses wiederum hat Achseln mit Stauchen zum Schutzedes Halses. Die vor dem rechten Schulterstücke hängende Scheibe deckte beimHeben des Armes die Achselhöhle. (Nach Q. Leitner.)