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Erster Band.
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Beilage zu Seite 370:

Erläuterungen

Faksimile-Nachbildungen Nr. 1—9 aus der Oldenburger Sachsenspiegel-Handschrift-

(Die Handschrift ist von A. tübben mit einem Vorwort von L. von Alten herausgegeben worden: Der Sachsenspiegel, Landrechtund Lehnrecht. Nach dem Vldenburger L^oclex picturatus von 1336, Oldenburg 187Y. Nach dieser Ausgabe sind die zu den

Diese Handschrift ist auf Veranlassung des Grafen Johann von Gldenburg (s oder Z3Z5)von dem Mönche Hinrich Gloyesten (Gloystein) im Kloster zu Rastede geschrieben und Z33S vollendetworden. Sie ist die älteste bekannte datierte niederdeutsche Handschrift (die Heidelberger, lvolsenbüttelerund Dresdener Bilderhandschriften des Sachsenspiegels haben hochdeutschen Text); sie enthält auf Z36Pcrgamentblättern von 33 Lentimetern Höhe und 23 Lentimetern Breite das sächsische Landrecht unddas Lehnrecht; sie beginnt mit der Überschrift „Dir is äsr Sassen spendet".

Die Bilder erklären den Text der Handschrift; sie sind zum Teil nur einfache Federzeichnungen,zum Teil sind sie koloriert; bei den ersteren fehlt die Zeichnung der Gesichter, die in den übrigen auchvon einer anderen Hand später eingezeichnet sind. Die Kleidungsstücke der Männer sind meist blauund rot, das Futter stets rot. Die Dbergewänder der Frauen sind rot und gelb, bisweilen auch grün,seltener blau, ihre Untergewänder meist rot. Schmuck und Zierrat ist vorwiegend gelb gemalt, Riemen-werk, Schuhe und dergleichen schwarz. Die Färbung der Tiere ist möglichst naturgetreu. Bäume, Sträuche,überhaupt alles Landschaftliche ist stilisiert; die Getreideähren sind, ganz charakteristisch für die dortigeGegend, sehr stark; die Dächer der Baulichkeiten sind alle mit roten Zungensteinen gedeckt.

Zu Nr. , d°r Abbildungen. Sei,- ^ ,!°1 °° b°--cker-u°u° a<-

^ 2 ^ V. girier Schwerter ließ Gott auf Erden, zu beschirmen die Christenheit, dem

pauese darb gestlike, deme bessere dat vverdüke. VI. Deine pauese !s ocb satb tbo ridends to descbedener rid vp enen

Papste das geistliche, dem Kaiser das weltliche. VI. Dem Papste ist auch gesetzt zu reiten zu beschiedener Zeit auf einem

blanken perde vnde de besser sal eine den sreZerep balden, up dat de sadel nicbt ne winde. Dir is de betecnisss, swat

weißen Pferde und der Kaiser soll ihm den Stegreif halten, auf daß der Sattel sich nicht wende. Dies ist zum Zeichen: was

cleme pauese wedersta, dat Iie mit xesrliken re§te nixt dvvingen ne macb, dat it de besser mit wertliken re^te dwinge

dem Papste widersteht, das er mit geistlichem Rechte nicht zwingen mag, daß dies der Kaiser mit weltlichem Rechte zwinge,

deme pauese borsam to wesende. So sal ocb dar §estlike riZte belpen deine werliken, oft it des bedarf,

dem Papste gehorsam zu sein. So soll auch das geistliche Recht helfen dem weltlichen, so oft es dessen bedarf.

Nn "> der Abbildunaen geite 370- X!!' leN'elick kerstene man 18 plicbricb dr)t6 8enet to Lobende in demeZu Nr. - g , - VII. ^eder Christenmann ist pstichtig, dreimal den Send zu besuchen im

iare, sink be to sinen daxen comen is, binnen dem bisckepdome, dar be inne gbeseten is. Vrikezd de is drier bände:

^lahre, wenn er zu seinen Tagen gekommen ist, binnen dem Bistum, da er darin gesessen ist. Freiheit ist dreierlei:

VIII. sckepenbare lade, de der kisckepe sened soken scolen, plecbaften der domproueste, lanrceten der erceprestere.

VIII. schössenbare Leute, die der Bischöfe Send suchen sollen, pfleghafte der Dompröpste, Landsassen der Crzpriester.

Nt'kisd.ii^pn gelte 37 t - k»n dem seueden erue to nemende, allen dat de paues

AU Nr. 3 der Abbildungen, Se.te 3cP ^VI. ^ bedeuten, Erbe zu nehmen, obschon der Papst

bebbe orleuet wif to nemende in der viiten, wende de paues ne mack n^n recbt setten, dar be vnse lantrecbt oder

hat erlaubt, ein Weib zu nehmen in der fünften, denn der Papst kann kein Redst setzen, womit er unser Landrecht oder

u dpi- Ilbbildnnaen ^eite 371 - ^l^o nis ock nin lantrecbt, ofte de uader den sonen mit sinen

Zu ^r. 4 der Abbildungen, ,e.te 37p XVI. ^ ist es ^,ch nicht brecht,' ^r Vater den Sohn mit seinem

lene uan eme sunder§et vnd it eme dan upler, dat de to uoren bebalde na sines uader dode unde in andren

Lehen von sich absondert und es ihm dann aufläßt, daß er es zum voraus behalte nach seines Vaters Tode und in anderen

lene Ubeliben del neme sinen broderen; al ne Kannen se des eme nicbi! xbewez'Keren to lenrecbte, it nis docb nin

Lehen gleichen Teil nehme (mit) seinen Brüdern; auch können sie es ihm nicht weigern nach Lehnrecht, ist es doch nicht

lantrecbt vnde cla^et se ouer ene to iantrecbte, se dwinZbet sne dar wol mit ordelen te recbter dele. XVII. Live den

Landrecht, und klagen sie gegen ihn nach Landrecht, sie zwingen ihn da wohl mit Urteilen zu rechter Teilung. XVII. wer den:

anderen sin varende Zvtb lent eder sät eder to baldende dorb umbe bescbed edsr ane bescbed, willss eme de gbene

andern sein sahrerid Gut leiht oder versetzt oder zu verwahren giebt mit Beding oder ohne Beding: will es ihm jener

dar na vorseken eder sin erue na sinen dode, desse is it nsr to bekaldende sulfderde den ^bene ene dar uore to

XXVIII. 8war der urowen de stede niZbt nis --r// ^-,/e

XXVIII. Wo aber der Frau die Stätte nicht ist (gehört) mit dem Gebäude,

alse ere man sterlt, so sal se binnen ses iveken na den drittexesten mit den buwe uprumen, so dat se de

wenn ihr Mann stirbt, so soll sie binnen sechs Wochen nach dem dreißigsten (Tage) das Gebäude wegräumen, so daß sie dieerden ni^kt ne ivunde. Ludet se dat auer to losende na der bure core Ebenen, des de stede is, unde ne nil kes